Die Stadt Nagold erarbeitet seit Mitte 2024 einen Aktionsplan Mobilität. Ziel ist es, die Grundlagen für ein modernes, zukunftsfähiges Verkehrssystem, eine hohe Lebensqualität, einen attraktiven (Stand-)Ort für Menschen und Unternehmen, soziale Teilhabe und Gleichberechtigung zu schaffen. Im Prozess wurden zunächst Handlungsbedarfe rund um das Thema Mobilität identifiziert und ein Leitbild sowie Ziele erarbeitet. Schließlich wurden Maßnahmenvorschläge erarbeitet, um die gesetzten Ziele zu erreichen.
Das Büro Planersocietät aus Karlsruhe hat den Prozess begleitet und den Aktionsplan inhaltlich erarbeitet. Die Erarbeitung des Aktionsplans wird durch das Bundesministerium für Verkehr und das Land Baden-Württemberg gefördert. Sowohl Interessenträger:innen als auch Bürgerinnen und Bürger wurden dazu aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen und ihre Hinweise und Ideen für eine nachhaltige Mobilität in Nagold einzubringen.
Der Aktionsplan Mobilität für Nagold umfasst mehrere Bausteine:
© Planersocietät / Stadt Nagold
Über Beteiligungsmöglichkeiten und Veranstaltungen im Rahmen des Aktionsplans sowie die Ergebnisse wurde über das Amtsblatt und die sozialen Medien der Stadt Nagold informiert. Darüber hinaus finden Sie aktuelle und weiterführende Informationen hier auf der Webseite. Einen Einblick in den Erarbeitungsprozess des Aktionsplan Mobilität und die Bedeutung der Beteiligungsformate erfahren Sie im Kurzfilm des Bundesministeriums für Verkehr:
© Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)
Die Erarbeitung des Aktionsplans Mobilität umfasste insgesamt fünf Phasen.
© Planersocietät / Stadt Nagold
In der Analysephase wurden vorhandene Konzepte, Pläne und Daten ausgewertet und gebündelt. Durch Ortsbegehungen, eine Online-Beteiligung, eine Haushaltsbefragung sowie eine Unternehmensbefragung wurden weitere Hinweise sowie Einschätzungen von Bürgern und Interessenträgern eingeholt. Als Ergebnis werden in Steckbriefen zu Verkehrsträgern und weiteren Themen Stärken, Schwächen und Handlungsbedarfe beschrieben.
Im Februar wurde mit dem 2. Workshop des Projektbeirats die Phase der Strategischen Zielsetzung begonnen. Unter Nutzung der Ergebnisse aus dem Workshop wurden Ziele und Leitlinien für die Mobilität der Zukunft in Nagold formuliert.
Auch in der Phase der Maßnahmenplanung fanden zur Konkretisierung möglicher Maßnahmen Beteiligungsformate statt. Neben einer Onlinebeteiligung fanden eine Planungsradtour, ein Workshop zu Schulischer Mobilität sowie ein weiterer Workshop mit dem Projektbeirat statt. Das Planungsbüro erarbeitete basierend auf der Analyse, der grundsätzlichen Zielausrichtung, sowie den Ergebnissen der verschiedenen Beteiligungsformate Empfehlungen für zielführende Maßnahmen. Die Ergebnisse liegen der Verwaltung inzwischen vor.
© Planersocietät / Stadt Nagold
Onlinebeteiligung zu Stärken und Schwächen auf einer digitalen Karte
Die erste Beteiligungsmöglichkeit ist bereits beendet. Wir haben mit Ihnen zusammen die Stärken und Schwächen rund um das Thema Mobilität in Nagold untersucht – ob Rad- und Fußverkehr, Bus und Bahn, Kfz-Verkehr oder darüber hinaus. Auf einer Online-Karte konnten Aspekte, bei denen im Bereich Mobilität in Nagold noch Verbesserungsbedarf besteht oder die bereits gut gelungen sind, eingetragen werden. Der Beteiligungszeitraum war vom 20.09.24 bis 20.10.24. Wir bedanken uns für die zahlreichen Hinweise im ganzen Stadtgebiet.
Die Ergebnisse fließen nun weiter in den Aktionsplan Mobilität ein, insbesondere in die Bestandsanalyse und die Maßnahmenplanung. Die Hinweise rund um den Radverkehr werden im Radverkehrskonzept berücksichtigt. Die Stadtverwaltung wird in den nächsten Monaten auch alle Hinweise auf dringende Handlungsbedarfe und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen durchsehen.
Bei Interesse kann die Dialogkarte sowie die Zusammenfassung der Beiträge eingesehen werden:
Zur Dialogkarte mit den beigetragenen Hinweisen
Download der Zusammenfassung der Beiträge
Projektbeirat
Ein Projektbeirat mit ausgewählten Interessenträgern wird in drei Workshops den Status Quo und die Ergebnisse der Online-Beteiligung diskutieren, Ziele und ein Leitbild für die Mobilität in Nagold entwickeln sowie die Maßnahmenplanung konkretisieren. Der 1. Workshop zur Diskussion der Beteiligungsergebnisse und der Handlungsbedarfe hat am 20. November 2024 stattgefunden. Am 12. Februar fand der 2. Workshop zu Szenarien und Zielen für die Mobilität der Zukunft in Nagold statt. Der 3. Workshop zur Konkretisierung der Zielwerte und der Maßnahmenplanung fand im November 2025 statt.
Unternehmensbefragung
Anfang des Jahres 2025 fand eine Befragung für Unternehmen und Arbeitgeber in Nagold statt, mit dem Ziel, die mobilitätsbezogene Situation der Arbeitgeber in Nagold zu erfassen und Anliegen aufzunehmen. Zentrale Ergebnisse der Befragung können dem zweiseitigen Faktenblatt entnommen werden. Ausführlichere Ergebnisse finden Sie im zugehörigen Bericht.
Download des Faktenblatts zur Unternehmensbefragung
Download des Berichts zur Unternehmensbefragung
Planungsradtour
Am 11. April fand eine Planungsradtour mit Teilnehmern der Stadtverwaltung, des Projektbeirats, des ADFC und des Ortschaftsrats Iselshausen (Anschlusspunkte zum Radnetz Kernstadt) statt. An verschiedenen Stellen in der Kernstadt wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für Radfahrende diskutiert.
Das Protokoll mit den Hinweisen der Teilnehmer zu den ausgewählten Stationen kann hier eingesehen werden:
Download des Protokolls zur Planungsradtour
Die Hinweise werden bei der weiteren Planung und Konkretisierung der Maßnahmen im Rahmen des Radverkehrskonzepts berücksichtigt.
Workshop zu Schulischer Mobilität
Ende Mai fand ein gemeinsamer Workshop für die Lembergschule, die Christiane-Herzog-Realschule und die Wiestalschule in Emmingen statt. Die Schulen wurden ausgewählt, da im Rahmen der Onlinebeteiligung mehrere Hinweise zu Handlungsbedarfen in deren Schulumfeld eingetragen wurden.
Im Workshop wurden mögliche Maßnahmen zu Verbesserungen im Schulumfeld besprochen und weitere Maßnahmen eines Schulischen Mobilitätsmanagements diskutiert. Im Folgenden können Sie das Protokoll zum Workshop sowie einen Auszug aus dem Foliensatz des Workshops herunterladen. Der Foliensatz enthält eine Einführung in das Thema Schulische Mobilität sowie die Erkenntnisse aus der vom Planungsbüro durchgeführten Bestandsanalyse.
Download des Protokolls zum Workshop Schulische Mobilität
Download des Foliensatzes zum Workshop Schulische Mobilität
Lokale Foren und Onlineumfrage im Juli 2025 zur Beteiligung bei der Maßnahmenplanung
Am Samstag 5. Juli konnten Sie mit uns Maßnahmenideen vor Ort diskutieren - vormittags in der Innenstadt in Nagold vor dem Rathaus und nachmittags auf dem Dorfplatz in Hochdorf. Vielen Dank an alle, die uns Ihre Hinweise und Einschätzungen zu den Maßnahmenideen mitgeteilt haben. In Hochdorf fand die Beteiligung im Rahmen eines Aktionsnachmittags mit weiteren Angeboten zu nachhaltiger Mobilität statt- organisiert gemeinsam mit dem Bürgerforum Klima Umwelt Mobilität (FOKUM).
Vom 4. bis zum 20. Juli konnten Sie uns Ihre Hinweise und Einschätzungen zu möglichen Maßnahmen auch online mitteilen. Vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, uns ihre Hinweise mitzugeben!
Die Ergebnisse der Onlinebefragung und der lokalen Foren sind in einem Bericht dokumentiert. Sie fließen in die weitere Maßnahmenplanung ein.
Download des Berichts zur Beteiligung an der Maßnahmenplanung
Der Zeitraum mit den vorgegebenen Berichtstagen lief über drei Wochen vom 8. Oktober 2024 bis zum 24. Oktober 2024. Insgesamt wurden etwa 3.700 zufällig ausgewählte Haushalte postalisch zur freiwilligen und anonymen Teilnahme eingeladen. Die teilnehmenden Haushalte konnten dabei die Befragung wahlweise online, auf Papierfragebögen oder telefonisch beantworten.
Insgesamt haben rund 900 Personen aus Nagold teilgenommen. Vielen Dank an alle, die teilgenommen und damit zu einer aussagekräftigen Datengrundlage für den Aktionsplan Mobilität beigetragen haben!
Zentrale Ergebnisse der Befragung können Sie dem zweiseitigen Factsheet entnehmen. Darüber hinaus können Sie den ausführlichen Bericht einsehen.
Download des Factsheets zur Haushaltsbefragung
Download des Berichts zur Haushaltsbefragung
© Kompetenznetz Klima Mobil
Die Stadt Nagold nutzt den Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz, um die Stärken und Schwächen zu analysieren, Ziele zu definieren und konkrete Maßnahmen im Stadtgebiet zu erarbeiten. Einen Fokus setzt die Stadt Nagold zudem auf die Themen Radverkehr und Mobilitätsstationen. Diese beiden Themen werden in zwei verknüpften Teilkonzepten im Aktionsplan Mobilität bereits tiefergehender erarbeitet.
Sie, als Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nagold, werden in die verschiedenen Phasen des Aktionsplans eingebunden und haben die Möglichkeit sich aktiv zu beteiligen (siehe dazu Beteiligung von Bürgern und Interessenträgern).
Die Ergebnisse, die im Teilkonzept Radverkehr entstehen, fließen in den Aktionsplan Mobilität ein.
Radnetzkonzeption
Zentrales Element des Radverkehrskonzeptes ist eine integrierte Netzkonzeption für den Alltagsradverkehr, die es ermöglicht, sicher und bequem sowie möglichst zügig und umwegefrei von den Ortsteilen ins Zentrum, zwischen den Ortsteilen untereinander sowie in die Nachbarkommunen zu fahren.
Für die Netzkonzeption wurden wichtige Quell- und Zielpunkte des Radverkehrs wie Wohngebiete, Arbeitsstätten, Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt betrachtet, und mit weiteren Verknüpfungspunkten (z.B. zu angrenzenden Kommunen) ergänzt. Darauf aufbauend wurde ein Verbindungsliniennetz gebildet und dieses auf das reale Wegenetz umgelegt. Bei der Umlegung wurde eine große Anzahl verschiedener Aspekte berücksichtigt, u.a. die vorhandenen Zustände, Führungsformen und Platzverhältnisse, die topografischen Gegebenheiten sowie vorhandene städtische, regionale und überregionale Netzplanungen.
Ebenfalls Berücksichtigung fanden die Vorarbeiten der Projektgruppe Radmobil des Nagolder Gemeinderats. Über die Online-Beteiligung im Zuge des Aktionsplans Mobilität (siehe Abschnitt Beteiligung) konnten zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung für den Radverkehr gesammelt werden. Diese wurden zusammen mit den Daten vom Stadtradeln für die Netzkonzeption genutzt. Der Entwurf der Netzkonzeption wurde mit der Stadtverwaltung und dem ADFC Nagold diskutiert.
Der aktuelle Arbeitsstand vom 7. Mai 2025 kann nachfolgend eingesehen werden. Einige der Verbindungen zu den Nachbarkommunen müssen noch an diese kommuniziert und bei Bedarf angepasst werden. Weitere Anpassungen können im Rahmen der Maßnahmenplanung notwendig werden.
Download der Radnetzkonzeption - Entwurf Mai 2025
Die Netzkonzeption ist aufgeteilt in Hauptrouten (blau) und Nebenrouten (grün). Die Hauptrouten bilden dabei zentrale Achsen des Radverkehrs, die übergeordnete Strukturen wie das Landes- und Kreisnetz oder auch Freizeitrouten wie den Radfernweg Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee aufgreifen und die Hauptziele des Radverkehrs direkt miteinander verbinden. Die Nebenrouten bilden ergänzende Linien, um ein durchgängiges Netz für den Radverkehr zu gewährleisten. In der Kartendarstellung werden zudem Netzlücken dargestellt, an denen aktuell ein Handlungsbedarf für den Radverkehr vorliegt.
Nächste Schritte
Auf Basis der Radnetzkonzeption sowie den im Aktionsplan Mobilität gefassten Zielen für den Radverkehr werden nun in einem nächsten Schritt konkrete Maßnahmen für den Radverkehr konzipiert. Einzelne Handlungsbedarfe wurden bereits durch die Netzlücken identifiziert, weitere Handlungsorte wurden in der Online-Beteiligung, im Projektbeirat oder bei der Planungsradtour (siehe Beteiligung) genannt. In der Maßnahmenkonzeption sind Maßnahmen für Infrastrukturelemente (Strecken, Verkehrsknoten, Radabstellanlagen) und Maßnahmen im Service / Kommunikationsbereich vorgesehen.
Die Ergebnisse, die im Teilkonzept Mobilitätsstationen entstehen, fließen in den Aktionsplan Mobilität ein.
Weitere 10% der Kosten für die Erstellung werden durch Mittel aus dem baden-württembergischen Staatshaushalt im Rahmen der Förderung qualifizierter Fachkonzepte für nachhaltige Mobilität gefördert.
Für die Koordination des Aktionsplans Mobilität bei der Stadt Nagold ist die Stelle „Projektmanager für Nachhaltige Mobilität und Datenmanagement“ verantwortlich. Diese Stelle wird derzeit auch vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Personalstellenförderung Fachkräfte für Mobilität und Klimaschutz gefördert.