Information

Premiere
Donnerstag, 14. Juni

Weitere Termine:

Freitag, 15. Juni,
bis Sonntag, 17. Juni

Mittwoch, 20. Juni,
und Donnerstag, 21. Juni

Samstag, 23. Juni,
und Sonntag, 24. Juni

Donnerstag, 28. Juni,
bis Sonntag, 1. Juli

Der Vorverkauf startet voraussichtlich vier Wochen vor der Premiere.

Stadtnachricht

Nagolder Bürgertheater
Romeo und Julia im Schwarzwald


Nagolder Bürgetheater Probe zum aktuellen Stück. Foto: Isolde Alber
Foto: Isolde Alber

Ein g´schickter Schwob, der sich für Gerechtigkeit verkämpft, ein Stadtschreiber, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und dennoch die Beamtenschaft im Injurienprozess hinter sich hat, und eine Liebesgeschichte nach Art des Shakeapeare´schen Vorbilds von „Romeo und Julia“. Das ist der Stoff, aus dem Regisseurin Isolde Alber der Nagolder Stadtgeschichte zur Bühnenreife verhilft.

Die Premiere der vierten Auflage des Nagolder Bürgertheaters ist am Donnerstag, 14. Juni. Es folgen elf weitere Aufführungen bis Sonntag, 1. Juli (siehe Infokasten rechts).  

Worum geht es in der Inszenierung? Zu viel soll natürlich nicht verraten werden. Die Geschichte im ersten Teil des Stücks rankt sich um Jakob Friedrich Zeller, einen Nagolder Apotheker, und um Wilhelm Friedrich Hofacker, Stadtschreiber zu Nagold. Die beiden Herren geraten in einen Streit, der letztlich vor Gericht landet. Im zweiten Teil der Geschichten stehen die Kinder der beiden Streithähne im Mittelpunkt. Zwischen Maria Heinrike Hofacker, Tochter des Stadtschreibers, und Christian Gottlieb Zeller, Sohn des Apothekers, entspinnt sich unter den Argusaugen, vor allem der neugierigen Nagolder Bürgerinnen, eine intensive Freundschaft.  So weit, so spannend. Das Ensemble, bestehend aus 20 Nagolderinnen und Nagoldern sowie weiteren Mitgliedern aus der näheren Umgebung, proben derzeit mit Hochdruck zwei Mal pro Woche.

Szene aus den Bürgertheater 2012 „Hofacker.Hofacker“.  Foto: Armin Büchler
Foto: Armin Büchler

Seit der ersten Aufführung des Nagolder Bürgertheaters im Gartenschaujahr 2012 ist ein fest verwurzeltes Team entstanden.

Von der ausgebildeten Professorin für Sängerische Körper- und Atemschulung und Sprechgestaltung erhalten die Laienschauspieler das perfekte Rüstzeug für ihren Auftritt.

Dabei geht es längst nicht nur um das reine Auswendiglernen der Textpassagen für die individuell auf die Darsteller zugeschnittenen Rollen. Vielmehr gehören auch gemeinsame Übungen zur Körper- und Stimmimprovisation dazu. „Das schweißt das Ensemble zusammen und macht allen großen Spaß“, erklärt die Regisseurin.

Rollen sind den Schauspielern auf den Leib geschrieben


In Einzelstunden erläutert Isolde Alber den Schauspielern zudem den Hintergrund der jeweiligen Rolle. Dabei geht es sowohl um den seelischen als auch den gesellschaftlichen Aspekt der gespielten Person.

Die Texte und Rollen hat die Regisseurin den Ensemblemitgliedern quasi auf den Leib geschrieben. Wobei sich der Text im Laufe der Zeit auch weiterentwickelt. Da die Schauspieler sich mit ihren Rollen stark identifizieren sollen, nimmt Isolde Alber Anregungen für Textanpassungen gerne an.

Bestens vorbereitet kann das Ensemble dann im Juni das Stück erstmals auf die Nagolder Bühnen bringen - denn gespielt wird an mehreren Stationen in der Innenstadt. Für das Bühnenbild konnte Isolde Alber
Andreas Wilkens gewinnen. Als freier Bühnenbildner hat er an verschiedenen renommierten Opernhäusern gearbeitet.

Bevor es jedoch soweit ist, feilt die quirlige Regisseurin immer wieder am Handlungsstrang. Neue Gedanken und Ideen werden flugs eingearbeitet.
Selbstverständlich hat alles Hand und Fuß. So hat sich die frühere Prorektorin der Musikhochschule Mannheim für das Nagolder Bürger-
theater zum Beispiel ausgiebig mit Jean-Jacques Rousseau, dem berühmten Vertreter der Aufklärung, auseinandergesetzt und - passend zum zeitlichen Kontext des Stücks - einige aufklärerische Gedanken in die Szenen eingeflochten.  

Die Anregung für dieses Stück hat Isolde Alber von Eckhart Kern erhalten. Der Nagolder Historiker hat sich intensiv mit der Geschichte der Apotheker-Familie Zeller beschäftigt.

Im Zuge seiner Recherchen ist er auf die gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Nagolder Stadtschreiber Hofacker gestoßen.

Szene aus den Bürgertheater 2016 „Immer wieder Frühling“.   Foto: Armin Büchler
Foto: Armin Büchler

Zudem verfügt Isolde Alber über einen riesigen Schatz an Geschichten, die sie von Nagoldern erzählt bekommen hat und die sie gerne in ihre Stücke einbindet, um Authentizität zu erzeugen. Die Stücke und die Personen sind variabel, die Prinzipien der Profi-Regisseurin in Bezug auf die Handlung sind dagegen unumstößlich. So kommt thematisch für sie nur auf die Bühne, „was der Mensch vertragen kann“. Zudem muss Unrecht im Lauf der Handlung aufgelöst werden, Schläge sind tabu und „wüste Eigenschaften“ dürfen wohl gezeigt werden, müssen sich aber „durch die Liebe“ im Stück wieder auflösen.

Ideen für weitere Inszenierungen gehen ihr auch künftig nicht aus. „Das nächste Stück habe ich schon im Kopf“, lacht die Regisseurin, die bereits Freilicht-Aufführungen im Naturtheater Hayingen und in Simmersfeld inszeniert hat. Ihre Begeisterung für Nagold, seine Stadtgeschichte(n) und die Menschen, die hier leben, strahlt dabei aus jeder Pore. (Tina Block)

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