Information

Initiative „Blühstreifen
für Unternehmen“


Anmeldung

Stadt Nagold
Peter Widmann-Rau
Telefon: 07452 681-128
E-Mail: peter.widmann-rau@nagold.de

Arbeitskreis Umwelt & Verkehr
Dieter Laquai
Telefon: 07452 2274
E-Mail: dieter-laquai@t-online.de

Initiative INGpark
INGpark Nagold Gäu
Simone Hurtz
Telefon: 07452 681-321
E-Mail: simone.hurtz@ingpark.de

Stadtnachricht

Blühstreifen
Speisekammer für Insekten


Blühstreifen im Stadtgebiet dienen in erster Linie dem Erhalt der Artenvielfalt. Sie sind für Passanten vor allem im Sommer, wenn sie in voller Pracht stehen, auch ein beeindruckender Augenschmaus.  Foto: Stadt
Foto: Stadt

Innerhalb von 27 Jahren ist die Zahl der Insekten in Deutschland um 75 Prozent zurückgegangen. Dies belegt eine Langzeitstudie von Wissenschaftlern aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden.

Der rapide Rückgang ist deshalb so alarmierend, weil die Insekten die Lebensgrundlage für viele Tiere sind. Zudem werden Insekten in der Landwirtschaft benötigt. Bei den meisten Pflanzen wird die Bestäubung von Tieren geleistet.

Fehlen Tiere als Bestäuber, so werden entweder keine Früchte gebildet oder die Früchte weisen eine deutlich geringere Qualität auf. Ursachen für den Rückgang sieht Peter Widmann-Rau, Umweltbeauftragter der Stadt, unter anderem im landwirtschaftlichen Trend, Flächen einheitlich zu bewirtschaften.

Eine weitere Ursache sieht er im Mähverhalten. „Heute werden zum Teil sehr große Grünlandflächen auf einmal abgemäht und abgefahren, so dass Insekten keine Zufluchtsmöglichkeit mehr haben. Zudem fehlt ihnen das Nahrungsmittelangebot, weil alles auf einmal abgeräumt wird“, erläutert der städtische Umweltbeauftragte.

Blühstreifen im Stadtgebiet dienen in erster Linie dem Erhalt der Artenvielfalt. Sie sind für Passanten vor allem im Sommer, wenn sie in voller Pracht stehen, auch ein beeindruckender Augenschmaus.  Foto: Stadt

Was kann nun der Einzelne tun, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern? Die Stadt Nagold geht mit gutem Beispiel voran. 2012, im Jahr der Landesgartenschau, wurde mit dem Blühwiesenprojekt gestartet. In Kooperation mit dem Arbeitskreis Umwelt und Verkehr im Nagolder Bürgerforum wurden die ersten Blühstreifen im Stadtgebiet angelegt.

„Wir legen besonderen Wert darauf, dass die Blumenpracht dort angelegt wird, wo sie auch entsprechend zur Geltung kommt“, betont Dorothea Traub, die seit fünf Jahren im Stadtplanungsamt für das Projekt verantwortlich ist.  

Traditionell wird mittlerweile der Weg im Stadtpark Kleb zum Seniorenzentrum Martha-Maria mit der Nagolder Wildblumenmischung bepflanzt. Nach und nach sind weitere Standorte dazu gekommen, weitere werden folgen. „Die Stadtgärtner sind ganz aktiv mit im Boot, sie informieren uns über mögliche Standorte“, freut sich Dorothea Traub über die hervorragende Teamarbeit.

Arbeitskreis Umwelt & Verkehr setzt sich für Blühstreifen auf Firmengelände ein — Initiative auch im INGpark

Im Winter gibt es eine Begehung und Prüfung der vorgesehen städtischen Grundstücke. Auf diese Weise sind Flächen mit insgesamt rund 3.500 Quadratmetern in der Kernstadt sowie in den Stadtteilen als Blühstreifen ausgewiesen. Im Jahr 2014 waren es noch 500 Quadratmeter.

Blühstreifen im Stadtgebiet dienen in erster Linie dem Erhalt der Artenvielfalt. Sie sind für Passanten vor allem im Sommer, wenn sie in voller Pracht stehen, auch ein beeindruckender Augenschmaus.  Foto: Stadt

Es gibt mehrere Gründe, die Blühstreifen anzulegen, erklärt der städtische Umweltbeauftragte: „Zum einen werden damit Grünflächen im öffentlichen Bereich optisch aufgewertet. Zum anderen versorgen sie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. mit Nahrung“. Um den Aufwand beim Aussäen in Grenzen zu halten, arbeiten die Stadtgärtner mit mehrjährigen Mischungen.

Da die Aussaat auf größeren Flächen doch mit einigem Arbeitsaufwand verbunden ist, wird auf die Qualität der Samen besonderen Wert gelegt. „Wir ordern ausschließlich zertifiziertes Saatgut, das genau unserem Naturraum entspricht, denn nur so können sich die Pflanzen optimal entwickeln“, erklärt Dorothea Traub.

Wer im privaten Garten oder einfach nur auf dem Balkon einen ganz persönlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten möchte, für den hält die Stadt die Nagolder Wildblumenmischung bereit (siehe Info-Spalte). Mit gutem Beispiel geht auch Unternehmer Klaus Schnepf voran. Auf seinem Firmengelände im Nagolder Industriegebiet Wolfsberg gibt es seit vier Jahren eine Blühwiese auf rund 2.500 Quadratmetern. Jährlich wird das Grundstück aufgefrischt und nachgesät.

Gefragt nach dem Grund für sein Engagement in Sachen Ökologie antwortet der Geschäftsführende Gesellschafter: „Das ist einerseits meine natürliche Art von `Kunst am Bau´, andererseits ist die direkte Sichtverbindung von unserem Büro aus auf die Blumenwiese eine schöne und beruhigende Verbindung zur Natur.“

Und noch einen Grund nennt der Firmenchef: „Ich wollte die Verbindung zwischen einem energietechnisch höchst innovativen Bürogebäude aus Glas und Stahl  zur Natur herstellen. Man muss wissen, die Energietechnik in unserem Gebäude ist so innovativ und einzigartig wie die Natur selbst.“  

Auf dem Firmengelände der Schnepf Planungsgruppe Nagold im Industriegebiet auf dem Wolfsberg ist das bunte Blumenmeer im Sommer ein echter Hingucker. Foto: Schnepf Planungsgruppe Nagold
Foto: Schnepf Planungsgruppe Nagold

Die firmeneigene Blumenwiese hat noch eine weitere Verwendung: Sie dient als blühende Kulisse für die sogenannte „Blühwiesenparty“, zu der Mitarbeiter und ihre Familien sowie Nachbarn, Freunde und Geschäftspartner eingeladen werden.

Dem unternehmerischen Blühwiesenkonzept können weitere Firmen folgen. Der Arbeitskreis Umwelt & Verkehr startet in den nächsten Tagen eine entsprechende Initiative mit einem Schreiben an Nagolder Firmen. Dieses wird in den nächsten Tagen verschickt und wirbt für das Anlegen von Blühstreifen. Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt & Verkehr sowie die Stadtgärtner bieten interessierten Firmen eine Beratung an.

Zudem spendet der Arbeitskreis dem ersten Unternehmen, das Blühstreifen anlegt, das Saatgut (Ansprechpartner siehe Info-Spalte).

Auch Simone Hurtz, Geschäftsführerin des Industrieparks Nagold-Gäu (INGpark), setzt sich für das Anlegen von Blühstreifen auf dem Gelände der Firmen ein.

Interessierte Firmen erhalten in der kommenden Woche entsprechendes Saatgut überreicht, das der Zweckverband INGpark kostenlos bereitstellt.  Der Verband selbst geht mit guten Beispiel voran, denn auf dem eigenen Grundstück wurde dieses Jahr ebenfalls ein Blühstreifen angelegt. Zudem ist die Fläche mit Narzissen und heimischen Sträuchern bepflanzt. Auch die ebenfalls im INGpark beheimatete AWG Abfallwirtschaft Landkreis Calw GmbH verschönert ihr Betriebsgelände bereits seit letztem Jahr mit einem Blühstreifen.

So leisten viele engagierte Menschen ihren ganz persönlichen Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt sowie für eine beeindruckende Blütenpracht. Gleichzeitig sorgen sie für eine gut gefüllte Speisekammer für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. (Tina Block)

  • Stadt Nagold
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  • Telefon: 0 74 52 / 68 10
  • info@nagold.de