Objekt des Monats September

Moser_Elise

Porträt von Elise Moser


Elise Moser (1874-1958) war die Stiefmutter der letzten Mohrenwirtin Lina Moser.
Deren Vater, Christian Moser (1882-1967), Bäck- und Mohrenwirt, hatte
sich nach dem frühen Tod seiner ersten Frau, Anna Kläger (1893-1921), mit der
Pforzheimer Witwe wiederverheiratet.
 
Das Porträt zeigt eine stattliche Frau von 50 Jahren.
Kleidung und Frisur sind typisch für ältere Frauen in den 1920er Jahren.
 
 
Der Mohren ist keine alte Nagolder Gastwirtschaft. Ab der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts war die Bäckerei als Gassenwirtschaft betrieben worden.
Nach dem Ersten Weltkrieg heißt die Gaststätte Zum Mohren. Dieser Name
ist untypisch für die Region. Er verweist im Allgemeinen auf ein katholisches
Territorium.
 
Woher kommt also der Name? Lina Moser dazu befragt, meinte: von dem
kleinen schokoladenüberzogenen Backwerk, das ihr Großvater (Friedrich Kläger)
den Schankgästen servierte und dass die Nagolder „Mohraköpfle“ genannt hätten.
 
Lina Moser (1919–2009) wäre am 14. September 100 Jahre alt geworden.
Wir nehmen dieses Datum zum Anlass, um an die Familie Moser und den
Mohren zu erinnern.