Objekt des Monats

Arbeitsbuch_März 2019


Arbeitsbuch

geführt zwischen 1934 und 1938
 
 
Dieses Arbeitsbuch war im Besitz einer jungen Frau aus Pfrondorf und wurde von deren Verwandten dem Museum im Steinhaus übergeben.
 
Seit 1883 waren jugendliche Arbeiter und Handwerker im Deutschen Reich verpflichtet,
ein Arbeitsbuch zu führen. Dieses von staatlichen Stellen ausgestellte Dokument war dem
Arbeitgeber bei der Einstellung verpflichtend vorzulegen. Ein Arbeitsplatzwechsel war nur mit der Zustimmung des (früheren) Arbeitgebers erlaubt.
 
Das Arbeitsbuch war ein Mittel, die berufliche Mobilität der Arbeitnehmer zu kontrollieren. Damit sollte es den Arbeitnehmern unmöglich gemacht werden, von Lohnunterschieden
zwischen den Unternehmen zu profitieren.
 
Ab 1935 führten die Nationalsozialisten schrittweise Arbeitsbücher für alle erwachsenen
Arbeitnehmer
verbindlich ein. Das Arbeitsbuch und die parallel dazu geführte Karteikarte beim Arbeitsamt ermöglichte eine staatliche Lenkung zur „planvollen Verteilung“ der Arbeitskräfte.