Alfred-Teufel-Stiftung

Der Stifter

Alfred Teufel (geboren 1894 in Backnang) war schon immer technisch interessiert. Er absolvierte eine kaufmännische und eine technische Ausbildung. Sein Vater Albert Teufel war von Beruf Mechaniker und betrieb in Backnang eine mechanische Werkstatt. 1919 trat Alfred Teufel in den väterlichen Betrieb ein. Er konstruierte verschiedene lufttechnische Apparate und Maschinen. Die Technische Hochschule Berlin-Charlottenburg prüfte seine Maschinen. Daraufhin erhielt er den Titel eines Ingenieurs. In der Firma übertrug man ihm immer mehr Verantwortung.

1921 heiratete Alfred Teufel Gertrud Heß. Die Firma lief sehr gut, weshalb man versuchte, ein neues Grundstück vor Ort zu erwerben. Das erwies sich jedoch als schwierig, da die Kaufpreise zu hoch waren. Die Stadt Nagold bot der Firma ein kostenloses Grundstück an, wenn sie ihren Betrieb nach Nagold verlegen würde. Mit Erfolg! Die Firma Teufel startete in Nagold neu durch.

Während des Zweiten Weltkriegs galten 90 % der Aufträge als kriegswichtig . Nach dem Krieg wurden die Rohstoffe knapp, die Gebäude und Anlagen waren in einem sehr schlechten Zustand. 1947 traf das Unternehmen ein schwerer Schlag: Es stand auf der Liste der zu demontierenden Betriebe. Nach großen Anstrengungen konnte sie jedoch wieder von der Liste gestrichen werden. 1948 verbesserte sich die Lage durch den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland deutlich. Nach dem Tod seiner Eltern übernahm Alfred Teufel die alleinige Verantwortung für das Unternehmen. Er hatte nun die alleinige Entscheidungsgewalt.

Teufel erhielt im Laufe seines Lebens zahlreiche Ehrungen. An seinem 69. Geburtstag wurde er Ehrenbürger der Stadt Nagold. Wie er es betonte, lag ihm die Stadt Nagold sehr am Herzen, weshalb es ihm eine besondere Freude war, Ehrenbürger dieser Stadt zu sein. Er starb 1985 im Alter von 91 Jahren in Nagold.

Stiftung

Zweck

Alfred Teufel wollte mit seiner Stiftung vor allem die Förderung der Wissenschaft und der öffentlichen Gesundheitspflege unterstützen. Ein weiterer Wunsch war der Bau und Betrieb eines Altenheims. Nach seiner Frau wurde es Gertrud-Teufel-Altenheim genannt.

Die Stiftung fördert die Universität Tübingen im Bereich der Medizin, die Forschungsarbeiten der Universität Stuttgart auf dem Gebiet der Luftreinhaltung und die Stadt Nagold im Bereich der Altenpflege.

Organe der Stiftung

Der Stiftungsrat besteht laut Satzung aus dem Bürgermeister der Stadt Nagold, dem Stifter, einem Mitglied des Vorstands der Schwäbischen Treuhand AG Stuttgart, einem Vertreter der Geschäftsleitung der Dresdner Bank Filiale Stuttgart und je einem Vertreter der Universität Tübingen und der Technischen Hochschule Stuttgart. Derzeit setzt sich der Stiftungsrat aus dem Oberbürgermeister der Stadt Nagold, je einem Vertreter der Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie einem Vertreter der Commerzbank AG zusammen.

Stiftungsvermögen

Teufel entschied sich, sein Unternehmen zu verschenken. Alles, was mit der Produktion zu tun hatte (Produktionsanlagen, Patente etc.) wurde den Mitarbeitern gegeben, während das Betriebsgrundstück sowie die Gebäude Uferstraße 42 – 44 und Altensteigerstraße 24 in die Alfred-Teufel-Stiftung eingebracht wurden.

Die Informationen in diesem Beitrag wurden den Nagolder Geschichtsblättern Nr. 45 des Vereins für Heimatgeschichte Nagold e.V. und dem Geschäftsbericht 2021-2022 der Alfred Teufel Stiftung Nagold entnommen.

Schwarzwaelder_Bote_Artikel_Alfred-Teufel-Stiftung_14.12.2023.pdf