Stadtnachricht

Jugendfeuerwehr


Jeden zweiten Dienstag in den geraden Wochen kommen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr aus der Kernstadt und den Stadtteilen zum Übungsdienst ins Feuerwehrhaus.      Foto: Maria-Dolores Bloching
Foto: Maria-Dolores Bloching

Seit März 2017 leitet Claudia Gabauer die Jugendfeuerwehr in Nagold. Ein Leben ohne das ehrenamtliche Engagement bei der Nagolder Wehr kann sich die 26-Jährige nicht vorstellen.

Besprechungen, Übungsdienste vorbereiten und Ausflüge organisieren gehören zu ihrem Alltag. Und bei den Aktiven ist die Oberfeuerwehrfrau seit einigen Jahren auch im Dienst.

2003 war es, als Claudia Gabauer zur Jugendfeuerwehr kam, da war sie gerade einmal elf Jahre alt. „Ein Bekannter hat gesagt, dass es dort ganz cool ist und mich gefragt ob ich nicht mal mitkommen möchte“, erzählt die gebürtige Iselshauserin.

15 Jahre ist das inzwischen her. „Seitdem bin ich dabei und habe es noch keine einzige Sekunde bereut.“ Bis zu ihrem 18. Geburtstag im Jahr 2010 traf sich Claudia Gabauer jeden zweiten Dienstag im Nagolder Feuerwehrmagazin mit der Jugendfeuerwehr, um die Grundlagen zu lernen.

Es ist vor allem die Kameradschaft, die sie bis heute begeistert: „Ich habe viele Freunde bei der Feuerwehr gefunden und die gemeinsamen Ausflüge haben immer großen Spaß gemacht.“

Ihre Begeisterung behielt Claudia Gabauer nicht für sich, sondern machte Werbung. „Deshalb sind viele nach mir noch gekommen und sie sind auch bis heute bei den Aktiven dabei.“

Momentan sind 37 Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren bei der Jugendfeuerwehr aktiv. Sie kommen nicht nur aus der Kernstadt, sondern auch aus den Stadtteilen. „Der Spaß kommt auch heute nicht zu kurz, das ist wichtig, damit die Gruppe zusammenwächst“, weiß die Feuerwehrfrau aus Erfahrung.

Ob Maislabyrinth, Minigolf, Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr, Besuche bei anderen Jugendfeuerwehren oder das Üben für die Leistungsspange - das Angebot kommt bei den jungen Leuten an. Aber selbstverständlich wird auch geübt, schließlich soll der Nachwuchs die Aufgaben der Feuerwehr von der Pike auf lernen.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr treffen sich jeden zweiten Dienstag in den geraden Wochen. Um Theorie und Praxis geht es dann eineinhalb Stunden lang. Wie wird ein Löschangriff aufgebaut? Welche Knoten sind die richtigen? Was ist bei Technischer Hilfe zu beachten? Wie funktioniert der Lichtaufbau bei Einsätzen in der Dunkelheit? Spielerisch wird geübt, wie man richtig löscht und wie Maschinen und Geräte funktionieren.

Fahrzeugkunde oder das richtige Verlegen von Schläuchen steht genauso auf dem Stundenplan wie Befehle zu erkennen und welche Erste-Hilfe-Maßnahmen wann notwendig sind.

Mitglieder der Jugendfeuerwehr treffen sich jeden zweiten Dienstag zur Übungseinheit


Die gebürtige Iselshauserin Claudia Gabauer leitet die Nagolder Jugendfeuerwehr.   Foto: Privat
Foto: Privat

Wichtig zu wissen ist zudem, dass für Mitgliedschaft und Ausrüstung nichts bezahlt werden muss.

Es war eben diese Vielfältigkeit neben der Kameradschaft, die Claudia Gabauer vom ersten Tag an faszinierte, daran hat sich bis heute nichts geändert.

Als die gelernte Bürokauffrau 2010 volljährig wurde, wechselte sie in die Einsatzabteilung. „Für mich war schon von Anfang an klar, dass ich weitermache, daran habe ich nie gezweifelt.“

Nach der Grundausbildung mit 70 Unterrichtseinheiten durfte sie mit zu Einsätzen, im Durchschnitt ein Mal pro Woche wird sie alarmiert.

Als im März 2017 Philipp Katz als langjähriger Leiter der Jugendfeuerwehr aufhörte, zögerte Claudia Gabauer nicht lange und kandidierte. Bei der Jahreshauptversammlung stellte sie sich zur Wahl. Einstimmig gewählt, trat sie schließlich die Nachfolge an.

Den Kontakt zur Jugendfeuerwehr hatte Gabauer, die in Nagold auf der Realschule war, schon davor nie verloren. „Auch als ich schon in der Einsatzabteilung war, kam ich oft vorbei und habe mitgeholfen“. Obwohl jetzt deutlich mehr ehrenamtliche Arbeit ansteht, hat die Nagolderin ihre Entscheidung nie bereut. „Ich bin ungefähr zwei Mal in der Woche hier im Feuerwehrmagazin und es macht mir total Spaß“, strahlt Claudia Gabauer, die zudem noch in ihrer Freizeit Fußball spielt.

Übungsdienste vorbereiten, Kreisbesprechungen, Versammlungen, Ausflüge organisieren, Kontakt zu anderen Jugendfeuerwehren aufbauen - die Liste der Aufgaben ist lang, aber in einem Jugendgruppenleiter-Lehrgang wurde Leiterin der Jugendfeuerwehr auf vieles vorbereitet, was kommt.

Die Leidenschaft und Begeisterung der Leiterin scheint auf den Nachwuchs abzufärben. „Ich mag den Teamgeist bei der Feuerwehr total gerne, und weil fast meine ganze Familie bei der Feuerwehr aktiv ist, wollte ich auch unbedingt mitmachen“, erzählt die 17-jährige Janina Grimm aus Nagold. Keine Frage, dass der Wechsel zur Einsatzabteilung nur noch eine Frage der Zeit ist.

Auch Marie-Louise Krause fühlt sich bei der Nagolder Jugendfeuerwehr mehr als pudelwohl: „Ich bin alleine hierher gekommen, weil es mich interessiert hat und habe sofort Anschluss gefunden, das war echt super. Die Gemeinschaft und das Üben macht mir am meisten Spaß und ich komme wirklich gerne“, betont die 15-Jährige, die seit einem Jahr dabei ist. Tim Kohl und Sebastian Bader fahren alle zwei Wochen mit ihren Mofas von Gündringen ins Feuerwehrmagazin in der Vorderen Kernenstraße in Nagold, zu fünft sind sie immer. „Wir haben uns alle gemeinsam angemeldet“, erzählt der 15-jährige Tim Kohl. Es sind vor allem die Löschangriffe, die sie begeistern und dass auch der Spaß nie zu kurz kommt.

„Und wenn die Mannschaft funktioniert, dann läuft auch der Löschangriff“, betont Sebastian Bader (16). Zwischen 80 und 90 Prozent der Jugendlichen werden später in die Einsatzabteilung wechseln.

„Ohne die Jugendfeuerwehr wäre es schwierig, genügend Nachwuchs für die Aktiven zu finden“, weiß Claudia Gabauer.         
(Maria-Dolores Bloching)