Stadtnachricht

30 Jahre Museum im Steinhaus


Das Museum im Steinhaus ist immer einen Besuch wert. (Foto: Stadt)
Foto: Stadt

Das heutige Museum im Steinhaus wurde mit einer Kunstausstellung mit Werken von Otto Dünkelsbühler, Hermann Ehninger sowie Heimo Hannß offiziell am 23. April 1989 eröffnet.
„Zu Beginn gab es nur wenige Exponate im Bestand des Museums, der Rest war Flachware, also Fotos und Dokumente. Für unsere Ausstellungen haben wir Nagolderinnen und Nagolder direkt angesprochen und nach Alltagsgegenständen aus vergangenen Zeiten für unsere Sammlung gefragt. Mittlerweile ist dies zu einem Selbstläufer geworden, die Menschen kommen direkt auf uns zu“, berichtet Herma Klar, die das Museum seit August 1989 leitet.  Nach und nach wurden neue Exponate angekauft, um den Bestand zu erweitern.

Die aktuelle Ausstellung, die noch bis 26. März im Museum im Steinhaus zu sehen ist, zeigt Werke von bekannten Künstlerinnen und Künstlern. (Foto: Stadt)
Foto: Stadt

Der Verein für Heimatgeschichte war damals der Motor für die Einrichtung eines Heimatmuseums in Nagold. Die Stadt Nagold erhielt einen Etat für kulturelle Zwecke, der unter anderem für die Museumseinrichtung genutzt werden konnte. Nach der Renovierungsphase wurde das Steinhaus im September 1988 zur Besichtigung für die Öffentlichkeit freigegeben. Seit dem Umbau bietet das Steinhaus, das übrigens das älteste Haus der Stadt ist, eine 300 Quadratmeter große Ausstellungsfläche, verteilt auf drei Ebenen.

Das Museum versteht sich als Ort der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart Nagolds und der Region. „Die Ausstellungen sollen dazu beitragen, ein konkretes  Verhältnis  zur  Geschichte herzustellen. Ansatzpunkt dafür ist die Alltagsgeschichte der ´kleinen Leute´“, erklärt Herma Klar. Das Besondere am Museumskonzept ist: das Museum zeigt keine Dauerausstellung. Vielmehr informiert ein Film über die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen der Stadtgeschichte und der Region. Einzelne Aspekte der Lokalgeschichte werden in Themenausstellungen vertieft. Kunst- und kulturgeschichtliche Wechsel-
ausstellungen, etwa sechs pro Jahr, runden das Angebot ab.

Die aktuelle Ausstellung, die noch bis 26. März im Museum im Steinhaus zu sehen ist, zeigt Werke von bekannten Künstlerinnen und Künstlern. (Foto: Stadt)Foto: Stadt

Durch seine ständig wechselnden Ausstellungen bleibt das Museum immer wieder aufs Neue interessant und lädt zu mehrfachen Besuchen ein. Für diese damals neue und vorbildliche Konzeption erhielt das Nagolder Museum im Jahr 1998 den ersten Platz im Wettbewerb „Das vorbildliche Heimatmuseum“. Die städtische Galerie ist ebenfalls in das Museum integriert. Auf etwa 100 Quadratmetern werden Ausstellungen von regionalen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt. Die Bestände des Stadtarchivs, die bis in die heutige Zeit reichen, sind teilweise ebenfalls im Steinhaus zu finden. Das älteste im Stadtarchiv aufbewahrte Dokument stammt aus dem Jahr 1447.                                                       

Die aktuelle Ausstellung, die noch bis Dienstag, 26. März, im Museum im Steinhaus zu sehen ist, soll an 30 Jahre städtische Galerie mit Bildern und Objekten aus der Sammlung der Stadt Nagold erinnern. Zu sehen sind Werke von bekannten Künstlerinnen und Künstlern aus der Region. Alle Kunstwerke zusammen ergeben ein buntes Kaleidoskop verschiedener Blickwinkel und Stilrichtungen. Es sind aktuell Werke von Hermann Ehninger, Klaus Henning, Anna Herrgott, Susanne Hutt, Anne Kuhn, Daniel F. Lampa, Aja von Loeper, Rainer Matuschek, Jörg Neuner-Duttenhofer, Rolf Nickstadt, Joachim Ploghöft, Margit Seeger und Axel Wohlbold im Steinhaus ausgestellt. 

Die aktuelle Ausstellung, die noch bis 26. März im Museum im Steinhaus zu sehen ist, zeigt Werke von bekannten Künstlerinnen und Künstlern. (Foto: Stadt)
Foto: Stadt

Mit der Museumsleiterin wagen wir noch einen Blick in die Zukunft: „Ab Mitte Juli wird es eine Ausstellung zur modernen Feldarchäologie geben“, erklärt Herma Klar. Unter dem Titel „Mit Hightech auf den Spuren der Kelten“ wird diese Ausstellung bis Mitte September im Museum im Steinhaus zu sehen sein. Bei vielen dieser wechselnden Ausstellungen waren in den letzten 30 Jahren viele Besuchermagnete dabei. Die Ausstellung „Hasenspuren“ zum Beispiel, die im Frühjahr 2009 Feld- und Osterhasen zeigte, lockte viele Grundschulklassen sowie Eltern mit ihren Kindern an. Gut besucht waren auch die Spielzeugausstellungen vor allem in der Weihnachtszeit. Ebenfalls gut beim Publikum angekommen sind die „Nagolder Stadtgeschichten“ oder in jüngster Vergangenheit die Kelten- und Alamannenausstellung.

Der letzte große Publikumsmagnet war die Otto-Dünkelsbühler-Ausstellung, die im Herbst 2018 sowohl im Steinhaus als auch im Rathaus zu sehen war. Aktuell ist das „Otto-Dünkelsbühler-Kabinett“ in der „Historischen Stube“ des Steinhauses ausgestellt. Die Themenausstellung „Nagold in der Zeit des Nationalsozialismus“ ist im Dachgeschoss des Steinhauses untergebracht. Nach dem Museumsbesuch besteht für Besucher die Möglichkeit, sich in das Gästebuch, das im Erdgeschoss ausgelegt ist, einzutragen. Viele Besucher, im Durchschnitt 30 pro Öffnungstag, haben sich darin schon verewigt. Dort findet man nette Zeilen und begeisterte Worte, die einzelne Ausstellungen und das Konzept des Museums im Steinhaus loben. Besonders erfreulich sind Einträge wie „Sehr beeindruckend. Wiederkommen lohnt sich.“ Denn das Steinhaus lebt von seinen Besuchern. (Miriam Ott)