Stadtnachricht

Städtepartnerschaft


Bereits seit 25 Jahren pflegen die Städte Jesenice/Slowenien und Nagold formell ihre Freundschaft über die Ländergrenzen hinweg. Ein Ereignis, das am Samstag, 28. September, gebührend gefeiert wird.
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Es ist ein spannender und ereignisreicher Weg, der die Geschichte der Städtepartnerschaft zwischen der slowenischen Stadt Jesenice und Nagold beschreibt. Treibende Kraft für die schrittweise Verfestigung der Freundschaft war die in Nagold lebende Magda Kasic. Sie war Vorsitzende des slowenischen Kultur- und Kunstvereins SKUD Triglav, der 1975 in Nagold gegründet wurde. Die Stadt Jesenice hatte die Patenschaft für den Verein übernommen, um die Verbindung zu ihren Landsleuten in Deutschland zu pflegen und einer Entfremdung der zweiten und dritten in Deutschland lebenden Generation von ihrer slowenischen Heimat entgegenzuwirken. Auf das Betreiben Magda Kasics hin gab es bereits in den 70er Jahren Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern beider Städte. Dabei waren die Voraussetzungen, um die freundschaftliche Verbindung zwischen Bürgerinnen und Bürgern beider Städte aufrecht zu halten, denkbar schwierig, stand doch der sogenannte Eiserne Vorhang zwischen Nagold und Jesenice, das Teil des damaligen Jugoslawiens war.

Jesenice im September 1984. (Foto: Stadt Jesenice)
Foto: Stadt Nagold/Stadt Jesenice

Aber die Bewohner ließen sich davon nicht abhalten. Das Band der Freundschaft wurde immer intensiver. Im September 1984 besuchte eine Nagolder Delegation auf Einladung der Stadt Jesenice die slowenische Industriestadt. Bereits im Mai 1985 fand ein Gegenbesuch in Nagold statt. Im Jahr 1994 konnte die lang ersehnte Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags zwischen Jesenice und Nagold unterzeichnet werden. Dr. Rainer Prewo, der damalige Nagolder Oberbürgermeister, sowie Dr. Božidar Brudar, Bürgermeister der Stadt Jesenice, besiegelten die deutsch-slowenische Freundschaft mit ihrer Unterschrift formell im Jesenicer Rathaus. Nun galt es, die formelle Partnerschaft weiter mit Leben, Begegnungen und Freundschaften zu füllen. Von Anfang an im Fokus hatten sich die Fotoclubs der beiden Städte. Bis heute unternehmen die engagierten Fotografen gemeinsame Exkursionen und organisieren gemeinsam Ausstellungen.

Panorama Jesenice. (Foto: Stadt Jesenice)
Foto: Stadt Nagold/Stadt Jesenice

Anlässlich des Städtepartnerschaftsjubiläums wird es am Samstag, 28. September, eine gemeinsame Ausstellung im Bürgerzentrum Nagold geben. Die Eröffnung findet um 14  Uhr statt. Auch auf musikalischer Ebene gibt es seit vielen Jahren enge Kontakte. 2006 begann die Zusammenarbeit der Musikschulen beider Städte. Alle zwei Jahre gibt es auf Betreiben der Musikschulleiterin in Jesenice Martina Valant und des Nagolder Stadtmusikdirektors Florian Hummel Begegnungen und gemeinsame Konzerte. Die Schülerinnen und Schüler beider Städte leben während des Austauschs in Gastfamilien und bekommen viel vom Alltag im jeweils anderen Land mit. Ihr Publikum erfreuen die jungen Musikerinnen und Musiker aus Slowenien und Deutschland mit einem gemeinsamen Konzert auf hohem Niveau.
Ein gemeinsames Musikerlebnis fand in jüngster Vergangenheit statt. Anlässlich des 145-jährigen Bestehens der Stadtkapelle Jesenice-Kranjska Gora reiste die Nagolder Stadtkapelle in diesem Jahr nach Slowenien, um das Ereignis musikalisch zu begleiten.

145 Jahre Stadtkapellen. (Foto: Wolfgang Hübner)
Foto: Wolfgang Hübner

Auch die Bildende Kunst spielt eine - buchstäblich - gewichtige Rolle in der deutsch-slowenischen Freundschaft. Während der Landesgartenschau im Jahr 2012 wurde die Skulpur „Iron Man“ des Künstlers Roman Savinsek im Stadtpark Kleb enthüllt. Der „Mann aus Eisen“ galt als Symbol für die harte Arbeit, die es in den Eisenhüttenwerken zu leisten galt. Bei der Einweihung der Skulptur waren ebenso Vertreter der französischen Partnerstadt Longwy vor Ort. Denn auch dort wurde jahrelang unter Tage gearbeitet. Insofern erwies sich das Kunstwerk als Symbol für die deutsch-slowenisch-französische Freundschaft. Die Nagolder Witterung machte dem „Iron Man“ so zu schaffen, dass er im Jahr 2018 von einer Skulptur, die stilisiert einen Hochofen ebenfalls als Symbol für die Stahltradition in der Partnerstadt darstellt, abgelöst wurde. Der Entwurf stammt von Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule Jesenice. Begegnungen auf sportlicher Ebene gab es ebenfalls. 2013 trafen sich Basketballer der beiden Partnerstädte in Jesenice, wo die Basketball-Europameisterschaft stattfand. Das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft wird am Samstag, 28. September, mit einer Marktparade der beiden Stadtkapellen, einer Fotoausstellung im Bürgerzentrum, einem offiziellen Festakt in der Stadthalle
sowie einem festlichen Partnerschaftsabend im Teufelwerk begangen (siehe auch Infokasten). (red/Tina Block)