Stadtnachricht

Jugendgemeinderat


Seit 19 Jahren gibt es in Nagold einen Jugendgemeinderat (JGR). Er ist das offizielle Sprachrohr der Jugendlichen. Im Gremium, das alle zwei Jahr neu gewählt wird, können Jugendliche ihre Interessen vertreten, in die Kommunalpolitik einbringen und die Entwicklung der Stadt mitgestalten. Ein Vertreter des Jugendgemeinderats wird zu den Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse eingeladen. Dort kann er sich zu Wort melden und Vorschläge einbringen. Darüber hinaus setzt der Jugendgemeinderat auch eigene Projekte auf seine Agenda. Im Juni fanden die JGR-Wahlen für die Amtsperiode 2019-2021 statt. Nach den Sommerferien traf sich das gewählte Gremium zu einem Kennenlernwochenende. In der darauf folgenden JGR-Sitzung wurde der Vorstand gewählt.

Gruppenbild mit Oberbürgermeister Jürgen Großmann: Die neu gewählten Mitglieder des Jugendgemeinderats. (Foto: Stadt)
Foto: Stadt

Wahlberechtigt sind Nagolder Schüler, ab der siebten Klasse, in Nagold wohnen müssen sie nicht. Auch junge Menschen bis 21 Jahre, die nicht hier zur Schule gehen, aber hier leben, können kandidieren. Insgesamt 14 Jugendliche sitzen im jungen Kommunalparlament. Die Wahl des Vorsitzenden fiel auf Berker Aydogdu. Alina Meissner und David Marinov sind seine Stellvertreter. Ihr Ziel ist es, das Gremium mehr in die Öffentlichkeit zu rücken und das Thema Umwelt anzugehen. „Mein Klassensprecher hat gefragt, wer Lust hätte zu kandidieren und ich dachte mir, dass ich das mal probieren könnte“, erzählt der 16-jährige Berker Aydogdu, der auf das Wirtschaftsgymnasium geht und in Hochdorf lebt. Auch bei David Marinov wurde das Interesse in der Schule geweckt. Er besucht die Christiane-Herzog-Realschule in Nagold. „Mein Rektor hat mich gefragt und ich habe mich aufstellen lassen“, so der 15-Jährige, der in Rottenburg-Baisingen lebt. Alina Meissner ist 16 Jahre alt und die einzige der drei Jugendlichen, die bereits eine Amtszeit im JGR hinter sich hat. „Ich habe mich dafür entschieden, mich noch einmal aufstellen zu lassen, weil die Arbeit interessant ist und wir etwas für Jugendliche machen können“, erklärt die Nagolderin, die das Otto-Hahn-Gymnasium in Nagold besucht.

Foto: Maria Dolores Bloching

Weil der JGR die Nagolder Jugendlichen vertritt, stehen sie mit der „Schülermitverantwortung“ (SMV), also den Schülervertretungen ihrer jeweiligen Schulen, in engem Kontakt. „Wir möchten mehr in die Öffentlichkeit, denn da gibt es viele, die den JGR gar nicht kennen. Wir wollen zeigen, dass er nicht nur Deko ist“, äußert sich der Vorsitzende selbstbewusst. Vorgenommen hat sich das Gremium einiges, deswegen sollen die Sitzungen auch alle zwei Wochen stattfinden, nicht wie bisher einmal im Monat. „Wir werden wieder Fußballturniere organisieren, die kommen an. Auf dem Weihnachtsmarkt helfen wir beim Stand vom YOUZ mit“, zählt Alina Meissner die ersten Projekte auf, die angegangen werden sollen. Erstmals gibt es ein Event des JGR auf der Bühne neben der Eisbahn. Die Eisbahnbetreiber, die Firma Karoevents, stellt den Jugendlichen die Bühne am Samstag, 21. Dezember,  von 18 bis 20 Uhr für den Auftritt von Nagolder Künstlerinnen zur Verfügung. „Mit dieser Aktion wollen wir präsenter werden. Die Schüler sollen uns kennenlernen und wissen, dass sie mit ihren Anliegen immer auf uns zukommen können“, betont Alina Meissner.

Ein großes Thema des JGR wird auch das Thema Umwelt sein. „Unser Ziel ist es, dass es an allen Schulen Wasserspender gibt, dass es an den Kaffeeautomaten der Schulen keine Plastikbecher gibt und für die Bäckertheken andere Verpackungen gefunden werden“, umreißt Berker Aydogdu weitere Projekte. Gespräche mit Schulleitern sowie den SMV gab es bereits. Im Bürgerzentrum fand im Oktober ein Einführungsseminar für die gewählten Mitglieder des Jugend-gemeinderats statt, durchgeführt von der Landeszentrale für Politische Bildung. Die Referenten informierten darüber, wie man Projekte angeht und durchführt, auch Teamarbeit wurde geübt. „Das war alles sehr interessant, man nimmt da etwas fürs Leben mit, gleichzeitig lernten wir uns auch gegenseitig kennen“, betont David Marinov. Berker Aydogdu ergänzt, dass „man auch lernt, vor Menschen zu sprechen, die Stimme zu heben und selbstbewusst zu werden.“ (Maria Dolores Bloching)