Stadtnachricht

Parkhaus


Für einige Autofahrer war die Abkürzung praktisch und damit zur Gewohnheit geworden: Parkkarte ziehen im Parkhaus Innenstadt Ost (ehemals Weihergässle) durchfahren zur Ausfahrt Richtung Grafenwiesenstraße Richtung Kreisverkehr. Damit ist seit vergangener Woche Schluss. Mehrere Schilder am Eingang des Parkhauses weisen darauf hin. Zwar kann die Ausfahrt genutzt werden, jedoch erst nach einer Mindestparkzeit von 10 Minuten. Eine Ausfahrt Richtung Herrenberger Straße ist nach wie vor sofort möglich. Für die Unterbindung dieser bequemen Durchfahrt gibt es mehrere triftige Gründe, wie Finanzbürgermeister Hagen Breitling erläutert. So verfälschen die Autofahrer, die das Parkhaus ausschließlich zur Durchfahrt nutzen, nicht nur die Statistik.

Schilder im Parkhaus Innenstadt Ost weisen darauf hin: Eine direkte Durchfahrt Richtung Kreisverkehr ist nicht mehr möglich. (Foto: Stadt)
Foto: Stadt

Vielmehr tragen die Stadtwerke die Gebühren für die kostenfreie erste Stunde selbstverständlich in jedem Fall, auch wenn die Parkgebühren nicht an die Autofahrer weitergegeben werden. Und weil die Kosten im Wirtschaftsplan der Stadtwerke verrechnet werden müssen, ist es wichtig, dort nur die Gebühren zu berücksichtigen, die tatsächlich durch das Parken in der kostenfreien ersten Stunde anfallen. Bislang tauchten dort eben auch die „Durchfahrer“ auf, wodurch Mehrkosten entstanden. Mehrkosten übrigens auch in Form von Vorsteuerabzügen durch das Finanzamt. Wie sehr dies zu Buche schlägt, zeigt der Vergleich mit dem größten Parkhaus, das die Stadtwerke betreiben, der Waldachpassage mit rund 340 Stellplätzen. Dort hat das freie Parken in der ersten Stunde einen Anteil von 58 Prozent. Im Parkhaus Innenstadt Ost, das rund 100 Stellplätze bietet, beträgt der Anteil an Parkern, die die kostenlose erste Stunde nutzen 67 Prozent. Geschuldet ist diese hohe Zahl besagten „Abkürzern“.

Einen weiteren Grund für das Ende des „Schlupflochs“ Richtung Kreisverkehr ist der immense Wartungsaufwand der Parkscheinautomaten. Stephan Müller, Sachgebietsleiter für Parkierungsanlagen, spricht von einem „unglaublich hohen Papierverbrauch für die Tickets“ sowie von einem erhöhten Reinigungsaufwand an den Automaten. „Wir haben einen fast gleich hohen Papierverbrauch wie in der Waldachpassage, obwohl es dort mehr als drei Mal so viele Parkplätze gibt“, erklärt Stephan Müller. In allen anderen Parkanlagen wurde zwischenzeitlich die Technik auf den neuesten Stand gebracht. Vereinzelt wurde Kritik laut, dass Kartenzahlungen nicht möglich seien. Aber auch das hat finanzielle Gründe, wie Bürgermeister Hagen Breitling erklärt. Denn bei den Kleinstbeträgen, die die Parkgebühren verursachen, steht der  Kostenaufwand für die Abrechnung in keinen Verhältnis. Zudem denken die Stadtwerke schon einen Schritt weiter, denn mit der Einführung des Parkleitsystems, das noch in diesem Jahr erfolgen soll, rückt voraussichtlich auch die Bezahlung per Handy in greifbare Nähe. (Tina Block)