Stadtnachricht

Tiefgarage Innenstadt Nord


Vielschichtig, im wahrsten Sinne des Wortes, ist die Erweiterung der Tiefgarage
Innenstadt Nord um etwa 100 Stellplätze und die damit verbundene Schaffung eines neuen attraktiven Stadtraums. Die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen. Bei diesem Großbauprojekt geht es nicht „nur“ darum, auf dem bisherigen Pausenhof des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) eine Fläche von 4.700 Quadratmetern den Asphalt abzuräumen, um anschließend eine fünf Meter tiefe Baugrube für die Tiefgaragenerweiterung auszuheben. Es geht auch darum, parallel viele Einzelmaßnahmen zu koordinieren, damit der Baustellenbetrieb wie auch der Schulbetrieb gleichermaßen sichergestellt werden können.

Bauarbeiten zur Erweiterung der Tiefgarage Innenstadt Nord um etwa 100 Stellplätze und die damit verbundene Schaffung eines neuen attraktiven Stadtraums. (Foto: Stikel Architekten/Stadt)
Fotos: Stikel Architekten/Stadt

Inwiefern ist das OHG betroffen?
Die Schüler des OHG sind von der Baustelle besonders betroffen. Zum einen wurde der Pausenhof in die Straße „Unterm Wehr“ hinter dem Schulgebäude verlegt, weshalb die Durchfahrt zum verkehrsberuhigten Bereich mit entsprechender Beschilderung versehen wurde. Allerdings, so die Beobachtung der Schulleitung und der Pausenaufsicht, sind die Verkehrsregeln, die in diesem Bereich gelten, nicht allen Autofahrern bekannt oder die Schilder werden nicht richtig wahrgenommen. „In diesem Bereich müssen wir noch nachsteuern“, sagt Schulleiter Walter Kinkelin. Eine weitere Herausforderung ist der Weg für die Schüler vom OHG I zum OHG II in der Calwer Straße, der bisher über den Pausenhof möglich war, jetzt aber durch die Bauarbeiten entfällt. Die Schüler der Klassen 5 bis 9 müssen nun einen längeren Weg über die Straße „Unterm Wehr“ in Kauf nehmen, da sie das Schulgelände nicht verlassen dürfen. „Dies durchzusetzen erfordert ebenfalls eine verstärkte Aufsicht von Lehrerseite“, erklärt Walter Kinkelin. Eine weitere Änderung ergibt sich durch das Bauprojekt: Sowohl für Schüler als auch für Vereinssportler erfolgt der Zugang zur Sporthalle über den Eingang an der rückwärtigen Seite der Schule. Verlegt werden mussten auch die Rettungswege, die bisher ebenfalls in den Bereich des Schulhofs mündeten.

Parken während der Bauzeit
Was die Nutzung der bisherigen Tiefgarage anbelangt, so stellt Richard Kuon, stellvertretender Leiter des Hoch- und Tiefbauamts, ganz aktuell in Aussicht, dass die derzeit rund 70 Stellplätze möglicherweise bis zum Ende der Baumaßnahme genutzt werden können, sofern der weitere Bauablauf planmäßig läuft. Der Parkplatz in der Calwer Straße ist Teil der Baufläche und wurde mittlerweile gesperrt.

Der Bauzeitenplan
Der Bauzeitenplan ist eng getaktet. Die sogenannten Verbauarbeiten, also all jene baulichen Maßnahmen und Einrichtungen zur Abstützung und Sicherung der Baugrube mit Bohrpfahlwänden, sind ab Mitte Februar geplant und nehmen rund fünf Wochen in Anspruch. Die Aushubarbeiten beginnen voraussichtlich ab Ende März und dauern bis Ende April. In dieser Zeit muss die Calwer Straße wegen des Abtransports von Erdaushub gesperrt werden. Aus Rücksicht auf die Abiturienten, die zwischen dem 24. April und 5. Mai ihre Prüfungen schreiben, ruht die Baustelle. Anschließend ist der Start der  Rohbauarbeiten geplant. Sie sind mit einer Dauer von fünf Monaten veranschlagt. Parallel mit dem Ausbau der Tiefgarage und dem Anbau an die Stadthalle, können die Freiraumarbeiten beginnen.

Die Freianlagen
Prägende Elemente der Freianlagen werden Pflanzinseln mit lockeren Baumgruppen sein, die um die Lichtöffnungen der Tiefgarage angeordnet sein werden. Eingefasst von unterleuchteten Sitzelementen aus Sichtbeton werden sie Schülern, Passanten und Besuchern der Stadthalle vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten bieten.

Die Tiefgarage
Die Tiefgarage ist als offene Garage  konzipiert, da durch die Öffnungen nach oben Licht in den Garagenbereich einfällt und sie gleichzeitig zur Lüftung und Entrauchung dienen. Die Querlüftung ist durch Lichtschächte und Öffnungen in den Wänden vorgesehen. Im Bereich der Calwer Straße liegt die Zufahrt zur Tiefgarage, die mit ihrer breiten Rampe gleichzeitig als Ausgang für die Besucher dient.

Fahrradstellplätze und Ladestationen für E-Bikes
Im Bereich zur Calwer Straße sind etwa zehn oberirdische Parkplätze, fünf Ladestationen für Fahrräder und 30 Fahrradabstellplätze vorgesehen. Eine selbstreinigende WC-Anlage schafft ein für die Innenstadt notwendiges Angebot.

Ansicht auf die Stadthalle. (Foto: Visualisierung frei raum concept)
Foto: Visualisierung frei raum concept

Die Stadthalle
Mittlerweile wurde auch der Eingangsbereich der Stadthalle abgerissen. Während der Bauzeit wird es einen provisorischen Eingang zur Halle im ehemaligen Garderobenbereich geben. Die Stadthalle erhält durch den neuen Eingangsbereich in Kombination mit Fahrstuhl und Anbindung an die Tiefgarage einen repräsentativen Eingangsbereich.

Die Baukosten
Die Gesamtbaukosten belaufen sich netto auf 7,1 Millionen Euro. Darin sind unter anderem neben den Kosten für die Tiefgarage auch die Kosten für die Freianlagen und für den neuen Eingangsbereich der Stadthalle enthalten. Fördergelder im Zusammenhang mit dem Sanierungsgebiet Nagold Mitte Nord gibt es sowohl für die Tiefgarage als auch für die Freiraumgestaltung in Höhe von insgesamt rund 1,6 Millionen Euro. Das Projekt soll voraussichtlich im Frühsommer des kommenden Jahres fertiggestellt sein. (Tina Block/red)