Stadtnachricht

Parkhäuser


Gefühlt im Sekundentakt heben und senken sich die Ein- und Ausfahrtsschranken im Parkhaus Waldachpassage. Klar, die Parkierungsanlage, wie Parkhäuser im Amtsdeutsch heißen, ist mit rund 340 Stellplätzen das größte Parkhaus, das die Stadtwerke betreibt. Andererseits ist es ein ganz normaler Donnerstagmittag. Aber dieses Verkehrsaufkommen sei noch gar nichts, im Vergleich zu einem Samstag, betonen die drei Stadtwerke-Mitarbeiter, die für die Überwachung und die Organisation der städtischen Parkierungsanlagen zuständig sind. Diese umfassen neben der Waldachpassage die Tiefgarage Traube, die Tiefgarage Innenstadt Nord, die derzeit erweitert wird, die Parkierungsanlage Innenstadt Ost und der Parkplatz Stadtpark. Zu tun gibt es dort jede Menge. Deshalb wurden die vielfältigen Aufgaben im Sachgebiet Parken zusammengefasst und um eine halbe Stelle aufgestockt. Seit Jahresbeginn besteht das Team aus drei Mitarbeitern, die den Stadtwerken Nagold zugeordnet sind und die anfallenden Aufgaben im Zwei-Schicht-Betrieb erledigen.

(von links) Stephan Müller, Leiter des Sachgebiets Parkierungsanlagen, Gregor Kerner und Michael Schwirkus. (Foto: Stadt)
Foto: Stadt

Stephan Müller leitet das Sachgebiet seit Januar, Michael Schwirkus und Gregor Kerner gehören ebenfalls zum Team. Die Frühschicht in der Parkhauszentrale, die sich in der Waldachpassage gleich neben den Ein- und Ausfahrtsschranken befindet, beginnt montags bis freitags jeweils um 7.30 Uhr. Die Spätschicht endet um 20.30 Uhr. Samstags ist immer ein Mitarbeiter von 8 bis 17 Uhr im Dienst. Ab 20.30 Uhr übernimmt der Baubetriebshof die Rufbereitschaft, ebenso wie an Sonn- und Feiertagen, an denen das Parken kostenlos ist. Zu Beginn ihres Arbeitstages verschafft sich der diensthabende Mitarbeiter ein Bild über die Anlage. Über das PC System können Fehlermeldungen von den 20 zu betreuenden Parkscheinautomaten im Stadtgebiet abgerufen werden. Meldungen über das System tauchen auf dem Bildschirm zum Beispiel auf, wenn Störungen an den Automaten vorliegen, wenn Wechselgeld fehlt oder das Papier aus ist. Fünf Bildschirme auf dem Schreibtisch in der Parkhauszentrale sorgen dafür, dass die Mitarbeiter der Stadtwerke den Überblick behalten.

Aber die Arbeit beschränkt sich natürlich nicht auf die Bildschirmbeobachtung - ganz im Gegenteil. Zwei Mal täglich werden alle Parkierungsanlagen vor Ort kontrolliert. Sauberkeit ist zum Beispiel ein Riesenthema, denn manch ein Parkhaus wird nicht nur zum Autoabstellen genutzt. Auf Familienparkplätzen finden die Mitarbeiter nicht selten Hinterlassenschaften in Form von vollen Windeln, die sie entsorgen müssen. Die größten Fundstücke in den Parkhäusern in Sachen Müll waren jedoch eine Gartenbank-Garnitur und eine WC-Schüssel. Sie sind zwar wesentlich kleiner, machen jedoch eine Menge Arbeit: Visitenkarten, die unrechtmäßig von Gebrauchtwagenhändlern an der Windschutzscheibe angebracht werden und von Autobesitzern achtlos auf den Boden geworfen werden. Die kleinen Kärtchen kleben derart fest am Boden, dass die Entfernung sehr aufwändig ist. Bei größeren Mengen, muss die Kehrmaschine ran, was wiederum Kosten verursacht. Unternehmen, die die Karten verteilen, droht ein Bußgeld, sofern sie keine Sondernutzungsgenehmigung eingeholt haben.

Das Thema Müll ist aber eigentlich nur ein Teil der Aufgaben des Parken-Teams, wobei festzustellen ist: Sobald, zum Beispiel bei Personalengpässen, nicht so häufig kontrolliert werden kann, wirkt sich dies enorm auf die Sauberkeit aus. Die Verschmutzung und vor allem die steigende Anzahl an Parkverstößen führten dazu, dass die Hausordnung geändert wurde. Sie hängt sichtbar in allen Parkierungsanlagen. Konsequent und umgehend wird unter anderem künftig das unberechtigte Parken auf Stellplätzen für Menschen  mit Behinderung sowie das Parken über mehrere Parkplätze hinweg geahndet. „Das Schöne an der Arbeit sind die Begegnungen mit den Menschen. Immer wieder gibt es nette Gespräche“, sagt Stephan Müller. Regelmäßig kommen die Mitarbeiter bei Reparaturarbeiten und Kontrollen mit Autofahrern ins Gespräch.

Die Kehrseite der Medaille: Nicht jede Form der Kommunikation ist erfreulich. Die Menschen sind immer gestresster, häufig in Zeitnot und werden dann, gelinde gesagt, unfreundlich. Vor allem bringen sie kein Verständnis für die internen Abläufe auf, stellt das Team fest. Apropos interne Abläufe: Die Technik wurde zum Ende des vergangenen Jahres umgestellt, sprich digitalisiert. Somit läuft die Überwachung der Parkierungsanlagen jetzt über Server und nicht mehr über Modems. Die Umstellung ermöglicht jetzt das Eingreifen bei Störungen der Schranken über Fernwartung per Handy oder Tablet. Dies ist natürlich eine erhebliche Zeitersparnis, die Kunden müssen nicht mehr lange warten, bis die Störung behoben ist. Und das Parken-Team kann mit ihren Endgeräten auch ganz einfach feststellen, ob ein Parkticket zuvor im Kassenautomaten entwertet wurde. Anfangs gab es Irritationen bei den Autofahrern, weil mit der Umstellung der Technik die Schranken an den Ein- und Ausfahrten langsamer hoch- und runtergehen. „Diese Änderung hängt mit neuen gesetzlichen Vorgaben zusammen“, erläutert Stephan Müller. Mittlerweile haben sich aber alle an die Änderung gewöhnt, stellt der Leiter des Sachgebiets Parken fest. Weiterentwickelt wird das Parken mit der Einführung eines neuen Parkleitsystems. Im Laufe des Sommers soll es umgesetzt werden. (Text: Tina Block/Foto: Stadt Nagold)