Stadtnachricht

Qualifizierter Mietspiegel


Sie haben großes Interesse am Gemeinschaftsprojekt Mietspiegel. Von links: Bürgermeister Joachim Flik (Rohrdorf), Bürgermeister Volker Schuler (Ebhausen), Oberbürgermeister Jürgen Großmann (Nagold), Bürgermeister Andreas Hölzlberger (Haiterbach) sowie Pro
Foto: Axel H. Kunert


Ein Mietspiegel schafft eine Übersicht über die gezahlten Mieten für Wohnraum, der nicht preisgebunden ist. Damit liefert er wichtige Informationen über ortsübliche Vergleichsmieten unterschiedlicher Wohnungskategorien.

Im kommunalen Verbund der Verwaltungsgemeinschaft Nagold, Ebhausen, Haiterbach und Rohrdorf möchte man Markttransparenz schaffen, weshalb die Gemeinderäte der Verwaltungsgemeinschaft die Verwaltungen im vergangenen Jahr mit der erstmaligen Erstellung eines gemeinsamen qualifizierten Mietspiegels beauftragt haben. Die Federführung obliegt der Stadt Nagold.

Rund 6.500 Haushalte der Verwaltungsgemeinschaft, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden, erhalten in den nächsten Wochen vom EMA-Institut Post. Inhalt sind ein Fragebogen sowie wichtige Hintergrundinformationen zum Thema Mietspiegel.

Der Fragebogen wurde speziell für die Mietspiegelerstellung entwickelt. Die Auswahl der Haushalte erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Der Fragebogen gliedert sich in einen allgemeinen Teil sowie in Fragen zum Gebäude und zur Wohnung.
„Selbstverständlich achten wir sehr streng auf alle datenschutzrechtlichen Vorgaben und stellen ausschließlich wohnungsbezogene Fragen, zum Beispiel zu Wohnungsgröße, Gebäudeart, Ausstattungsmerkmalen sowie Mietkosten“, betont Tobias Eckel, Sachgebietsleiter des Gutachterausschusses und Leiter des Projekts „Gemeinsamer Mietspiegel für die Verwaltungsgemeinschaft“.

Die bereitgestellten Daten stellen die Grundlage dar, auf der nach wissenschaftlicher Auswertung ein qualifizierter Mietspiegel erstellt wird.

„Gerade mit Blick auf die Veränderungen der Mietpreise in den vergangenen Jahren ist die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels enorm wichtig“, erläutert Tobias Eckel die Hintergründe. Er ermutigt deshalb ausdrücklich alle Bürgerinnen und Bürger, die in der nächsten Zeit Post vom EMA-Institut bekommen, sich die Zeit zu nehmen und den Fragebogen auszufüllen oder an der Umfrage online teilzunehmen. „So kann jeder mithelfen, für mehr Transparenz im Bereich der Mietpreise in der Stadt Nagold und in den einzelnen Stadtteilen zu sorgen,“ macht der Mitarbeiter des Stadtplanungsamts deutlich.    

Was ist ein „Qualifizierter Mietspiegel“?
Der Mietspiegel soll die ortsübliche Vergleichsmiete (Nettokaltmiete) in Abhängigkeit von Baualter, Größe, Ausstattung und Wohnumfeld, d. h. der durch den Vermieter bereitgestellten Wohnqualität widerspiegeln. Hierzu werden die entsprechenden Informationen und Daten bei mietspiegelrelevanten Haushalten der jeweiligen Kommunen erhoben. Im Vergleich zum sogenannten Einfachen Mietspiegel muss er nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt werden.
Aus diesem Grund hat sich die Verwaltungsgemeinschaft das Institut für Empirische Marktanalysen (EMA) ins Boot geholt.

Entsprechend müssen laut Vorgabe die Ermittlungsmethoden dokumentiert, nachvollziehbar und überprüfbar sein. Zudem hat ein Qualifizierter Mietspiegel gerichtliche Beweiskraft.

Ebenfalls mit von der Partie ist der eigens für diesen Zweck einberufene Arbeitskreis „Gemeinsamer Mietspiegel für die Verwaltungsgemeinschaft“.  
Ihm gehören neben den Vertretern der Kommunen unter anderem auch Mieter- und Vermieterverbände an. Sie unterstützen die Erstellung des Mietspiegels.

Vorteile für Mieter und Vermieter
Mit dem neuen Mietspiegel für die Verwaltungsgemeinschaft wird ein Dokument geschaffen, das für Mieter und Vermieter von Wohnraum Markttransparenz über das aktuelle Mietpreisgefüge im örtlichen Wohnungsbestand vermittelt.

Es soll Rechtssicherheit für Vermieter und Mieter bei Mietpreisfestlegungen gewährleisten. Grundlage für den Mietspiegel sind ortsübliche Vergleichsmieten, ermittelt aus repräsentativen Stichprobenerhebungen und statistischen Auswertungen.

Was geschieht mit den ausgefüllten Fragebögen?
Der Fragebogen wurde speziell für die Mietspiegelerstellung entwickelt unter Mitgestaltung des Arbeitskreises.

Das EMA-Institut aus Sinzing bei Regensburg führt die Erhebung durch und wurde mit der wissenschaftlichen Auswertung beauftragt.

Die Auswertung erfolgt anonymisiert. Das heißt die Daten sind nicht auf die jeweilige Person, die den Bogen ausgefüllt hat und dessen Adresse zurückzuführen.   

Übrigens erhält jeder Teilnehmer aus Nagold, Ebhausen und Rohrdorf dessen Fragebogen erfolgreich ausgewertet werden konnte, einen Nagolder Geschenkgutschein im Wert von 5 Euro. Die Teilnehmer aus Haiterbach erhalten zwei Eintrittskarten in das Haiterbacher Hallenbad.

Wann wird der Mietspiegel veröffentlicht?
Die Veröffentlichung ist im Herbst 2020 vorgesehen. (Tina Block)