Stadtnachricht

Gestaltungsleitfaden


Besucher und Touristen aus Nah und Fern geraten häufig regelrecht ins Schwärmen, wenn sie über Nagold sprechen. Wie schön die Innenstadt sei, und wie toll die Atmosphäre, hört man unter anderem häufig an der Tourist-Information und immer dann, wenn sich in der Region Gespräche um Nagold drehen. Für die Attraktivität der Stadt gibt es viele gute Gründe: Der engagierte Einzelhandel mit seinem kundenfreundlichen Service, die Gastronomen, die ein breit gefächertes Angebot präsentieren, der Fluss und die innenstadtnahen weitläufigen Parkanlagen. Aber das ist noch nicht alles.

Das Foto zeigt die konsequente Umsetzung der Anforderungen des Gestaltungsleitfadens beispielsweise zum Thema "Sonnenschirme". (Foto: Karl Huber Fotodesign)
Foto: Karl Huber Fotodesign

Weitere wichtige Bausteine einer schönen Innenstadt sind die einladende Gestaltung der Außenbewirtung und attraktive Geschäftsauslagen. So sind die hellen Schirme zu einem unverwechselbaren Markenzeichen geworden. Dies wird durch den Gestaltungsleitfaden der Stadt erreicht. Erstmals wurde er im Jahr 2005 vom Gemeinderat eingeführt und 2010 überarbeitet. Eine weitere Überarbeitung des Regelwerks wurde vom Gemeinderat im Dezember 2019 beschlossen. Neu im überarbeiteten Gestaltungsleitfaden ist unter anderem der geänderte Geltungsbereich. Dieser wurde auf die erste Reihe der Bebauung außerhalb des Umfahrungsrings sowie in der Freudenstädter Straße beidseitig bis zur Einmündung Kronenstraße erweitert.

Der Gestaltungsleitfaden ist gleichermaßen Leitbild und Ziel der Innenstadtakteure, um ein hochwertiges, einheitliches Stadtbild aufrecht zu erhalten und um so eine ansprechende Atmosphäre zu schaffen. „Eine hohe Aufenthaltsqualität führt zu Identifikation, längeren und häufigeren Aufenthalten und somit zur Belebung der Innenstadt“, weiß Dorothea Traub vom Stadtplanungsamt aus ihrer langjährigen Erfahrung heraus. „Wichtig ist, dass es sich um verbindliche Regeln und offene Leitlinien für individuelle Lösungen handelt, die für alle Innenstadtakteure, also auch für Nichtmitglieder des City-Vereins, gelten“, betont Anna Bierig, die die Interessen der Händler und Gastronomen in ihrer Funktion als Citymanagerin vertritt und den Prozess der Umsetzung begleitet. Wichtig bei der jüngsten Überarbeitung war es, die Innenstadtakteure in den Prozess miteinzubeziehen.

Auftakt war eine Infoveranstaltung, zu der im Januar 2019 Stadt und City-Verein eingeladen hatten, um dort Sinn und Zweck des Leitfadens zu erläutern und zu diskutieren. Eingeladen waren alle Akteure, die eine sogenannte Sondernutzung beim Ordnungsamt beantragen. Dazu gehört beispielsweise das Aufstellen von Schirmen, Waren, Möbeln oder Werbung in sogenannten öffentlichen Verkehrsräumen. Ein zentrales Element im Leitfaden sind die Vorgaben zu den Schirmen. Hier lauten die Anforderungen, dass sie eine helle Farbe haben und quadratisch sein müssen, sie dürfen keinen Werbeaufdruck enthalten, ebenso keine Volants. Zudem müssen sie in einer Bodenhülse befestigt sein.Neu wurde im Leitfaden festgelegt, dass die Schirme bei Verschmutzung gereinigt und bei Beschädigung repariert werden müssen.

"Allee der Kundenstopper". (Foto: Stadt)
Foto: Stadt

Auch wenn diese Regelungen sehr detailliert erscheinen, tragen sie wesentlich zu einem schönen, einheitlichen Stadtbild bei. „Darin waren sich auch die Innenstadtakteure bei der Infoveranstaltung einig“, erklärt Guido Grüner, Mitarbeiter im Stadtplanungsamt, der die Veranstaltung begleitet hat. Ein ebenso anschauliches Thema sind die Kundenstopper, deren Aufstellung in vielen Kommunen kontrovers diskutiert wird und die in einigen Städten sogar untersagt werden. Die Gestaltung des öffentlichen Raums soll gleichermaßen gastlich, offen und einladend für alle sein. In direktem Widerspruch dazu stehen, neben den genannten Beispielen auch Stühle und Tische aus Vollkunststoff oder mit Werbeaufdruck. Improvisiert wirkende Möbel „Marke Eigenbau“ sind ebenfalls nicht zulässig.

Künftig soll seitens des Vollzugsdienstes die Einhaltung der Regeln des Gestaltungsleitfadens stärker kontrolliert und Verstöße mit Bußgeldern geahndet werden. Denn, ein einheitliches und damit attraktives Stadtbild ist kein Zufallsprodukt. Schließlich sollen Besucher und Touristen auch in Zukunft noch ins Schwärmen geraten, wenn sie von Nagold sprechen.
(Tina Block)