Stadtnachricht

DIGI-MINT+


Zum Beginn des laufenden Schuljahres hat Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann den Schulversuch DIGI-MINT+ am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) Nagold genehmigt.
Der Versuch ist in der Oberstufe (Klasse 10, Kursstufe 1 und 2) angesiedelt und ist für MINT-interessierte und motivierte Schülerinnen und Schüler konzipiert, die im Rahmen dieses Versuches eine umfassende Digitalisierungskompetenz erwerben.

Wer sind die Kooperationspartner?
Die Erreichung dieses Ziels wird durch die intensive Kooperation des OHG mit dem Jugendforschungszentrum Schwarzwald-Schönbuch e. V. (JFZ), der Agentur für Arbeit und Partnern aus der Wirtschaft und dem Bereich der Universitäten und Hochschulen sichergestellt.

Was bedeutet MINT?
Unter MINT-Fächern versteht man die zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichts- und Studienfächern beziehungsweise Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Welche Fähigkeiten sollen die Schülerinnen und Schüler erwerben?
Im Mittelpunkt stehen das selbstständige Lernen und Forschen, das Bearbeiten von anwendungsorientierten Projekten in Teams und der zielorientierte Einsatz der Digitalisierung.

Welche Ziele werden angestrebt?
Zielgruppe des Konzeptes sind MINT-interessierte und motivierte Schülerinnen und Schüler. Folgende Ziele werden angestrebt: Aufbau einer umfassenden Digitalisierungskompetenz, Stärkung der MINT-Methodenkompetenz, nachhaltige Berufs- und Studienorientierung, Einblick in wissenschaftliche Herangehensweisen der Problemlösung, Förderung MINT- interessierter und motivierter Schülerinnen und Schüler und Förderung von Mädchen im MINT-Bereich.

Wer kommt in die DIGI-MINT-Klasse?
Mit einem aufwendigen Bewerbungs- und Auswahlverfahren haben die Lehrkräfte des OHG aus 35 Bewerbungen 20 Schülerinnen und Schüler, darunter zwölf Mädchen und acht Jungen, ausgewählt, die jetzt die Klasse der „DIGI-MINTs“ bilden. Sie haben für die Arbeit in der Schule und zuhause ein eigenes iPad vom OHG zur Verfügung gestellt bekommen.

Im Mittelpunkt des Schulversuchs stehen das selbständige Lernen und Forschen und der zielorientierte Einsatz der Digitalisierung. (Foto: Otto-Hahn-Gymnasium)
Foto: Otto-Hahn-Gymnasium

Wie wird DIGI-MINT+ inhaltlich umgesetzt?
DIGI-MINT+ startet in Klasse 10: Die Schülerinnen und Schüler erhalten in den Fächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik vertieften Unterricht in einer eigenen Klasse durch Lehrkräfte des OHG. Es werden die Grundlagen für die Kursstufen 1 und 2 erarbeitet. Die „DIGI-MINTs“ besuchen die Arbeitsgemeinschaft DIGI+. Es werden die Grundlagen einer umfassenden Digitalisierungskompetenz erarbeitet. Die hier erworbenen Kompetenzen werden in der Kursstufe weiter ausgebaut und zum zweiten als Instrument bei Projekten eingesetzt. Die Arbeitsgemeinschaft wird vom Jugendforschungszentrum und dem OHG gemeinsam mit den anderen Projektpartnern durchgeführt. Die restlichen Fächer werden gemäß Bildungsplan von den Lehrkräften des OHG unterrichtet. In der Kursstufe besuchen die „DIGI-MINTs“ den neu konzeptionierten Seminarkurs. Die zu bearbeitenden Teilprojekte werden in intensiver Kooperation des OHG mit der Wirtschaft, dem JFZ und der Universität Tübingen mit Unterstützung der Agentur für Arbeit angeboten. Die Schüler bearbeiten reale Fragestellungen, die von den Kooperationspartnern angeboten werden. Es besteht die Möglichkeit, die Ergebnisse der Projektarbeit beim Wettbewerb „Jugend forscht“ einzubringen. Die „DIGI-MINTs“ belegen am OHG verpflichtend eine (fünfstündige) Naturwissenschaft oder Mathematik (fünfstündig) sowie gegebenenfalls weitere Naturwissenschaften. Die in den fünfstündigen Fächern zur Verfügung stehende zusätzliche Zeit wird für die „DIGI-MINTs“ zur vertieften Bearbeitung von herausfordernden Themen genutzt. Weiter belegen die „DIGI-MINTs“ am OHG den neu konzeptionierten Kurs MINT+. Er führt die Arbeit in Klasse 10 von DIGI+ und dem vertieften Unterricht in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik fort und erarbeitet notwendige Kenntnisse und Kompetenzen für die Projekte im Seminarkurs und den Vertiefungszeiten der oben genannten fünfstündigen Fächer.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem JFZ?
Das OHG arbeitet im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich seit über zehn Jahren intensiv mit dem Jugendforschungszentrum Schwarzwald-Schönbuch e. V. zusammen. Die Aktivitäten des OHG bei „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ wurden von zahlreichen Erfolgen bei den Wettbewerben gekrönt. So erhielt das OHG 2013 und 2016 von der Kultusministerkonferenz die Auszeichnung „zweitbeste Jugend-forscht-Schule“ unter 4.000 teilnehmenden Schulen deutschlandweit.

Welche Erfahrungen hat das OHG bereits mit dem Thema MINT und Digitalisierung?
Seit September 2016 darf das OHG das bundesweite Signet „MINT-freundliche Schule“ führen. Im Bereich der Digitalisierung hat das OHG gute Erfahrungen. Es nimmt an dem Schulversuch „Tablets an allgemein bildenden Gymnasien“ des Kultusministeriums teil, bei dem insgesamt vier siebte Klassen über drei Jahre in verschiedenen Fächern mit den digitalen Medien arbeiten. Jede Schülerin und Schüler ist dazu mit einem iPad ausgestattet, für die Arbeit in der Schule und zu Hause.

Wie kam es zum Projekt?
Der Anstoß zu DIGI-MINT+ kam aus dem Wissenschaftlichen Beirat des JFZ. Dort wurden die Grundlinien des Projekts erarbeitet. Walter Kinkelin, Schulleiter des OHG, erarbeitete auf diesen Grundlagen das dargestellte Konzept zur unterrichtlichen Umsetzung. Die Inhalte der Bausteine von DIGI-MINT+ wurden dann in einem intensiven Prozess erarbeitet. Die Arbeitsgemeinschaft DIGI+ wurde in enger Zusammenarbeit des JFZ und des OHG konzeptioniert. Die Bildungspläne für MINT+ wurden in enger Abstimmung mit den am Regierungspräsidium Karlsruhe zuständigen Fachberatern von Lehrkräften des OHG  erarbeitet. Momentan werden von allen am Projekt beteiligten Partnern die Teilprojekte für den Seminarkurs vorbereitet. Die „DIGI-MINTs“ arbeiten mit großer Begeisterung in der Klasse. Die nächste DIGI-Klasse in Jahrgangsstufe 10 ab dem kommenden Schuljahr wird von den jetzigen Neuntklässlern schon intensiv nachgefragt. „Das zeigt, dass das Konzept zukunftsweisend ist und sehr gut angenommen wird“, freut sich Walter Kinkelin. (red)