Stadtnachricht

Kindertagesstätten


Die Landesregierung hat einen eingeschränkten Regelbetrieb mit maximal 50 Prozent der aufgenommenen Kinder genehmigt. Die Notbetreuung hat weiterhin Vorrang. „Alle Nagolder Eltern von Kita-Kindern wurden hierüber informiert, sodass seit dem 25. Mai viele Kinder, zumindest tageweise, wieder die Kitas besuchen können“, erklärt Birgit Maier, stellvertretende Leiterin des Amts für Bildung und Betreuung. „Leider konnten wir in einzelnen Kitas durch die benötigte Notfallbetreuung nicht alle Kinder aufnehmen. Wir hoffen, dass wir auch für diese Kinder in naher Zukunft wieder einen Platz anbieten können“, ergänzt
Antonietta Capasso, Fachberaterin für Kindertagesstätten.

Von ihrer Arbeit in den letzten Wochen berichten Erzieherinnen:

Still ist es seit der Corona-Krise in den Kitas geworden. Kein Lachen, kein geschäftiges Treiben in den Räumen und auch keine netten Gespräche während des gemeinsamen Frühstücks. Die Kinder dürfen nicht in die Kita. Es gibt eine Notbetreuung für Familien, die in der kritischen Infrastruktur tätig sind oder einen präsenzpflichtigen unabkömmlichen Arbeitsplatz haben. Aber was ist mit den anderen Kindern? Wie sieht der Alltag der pädagogischen Fachkräfte aus, wenn das, was sie am meisten an ihrer Arbeit lieben, fehlt? Neben der Notbetreuung gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Erzieherinnen, in dieser Zeit weiterhin mit den Kindern und ihren Familien in engem Kontakt zu bleiben und sie zu unterstützen, wo es möglich ist. Für die Kinder ist ihr wichtiger Lebensraum Kita weggefallen, je nach Alter der Kinder können sie es mehr oder weniger verstehen.

Botschaft der Erzieherinnen "Wir vermissen euch" an die Kinder. (Foto: Stadt)

Auch die Notbetreuung ist nicht einfach für die Kinder, gerade die Jüngsten suchen nach ihren Kita-Freunden. Sie können nicht verstehen, warum sie nicht da sind.
Die pädagogischen Fachkräfte der Stadt Nagold haben sich daher vielerlei Gedanken gemacht, wie sie dieser noch nie dagewesenen Herausforderung gerecht werden können. So individuell wie die Kinder in den Kitas sind, so individuell sind die Ideen und Aktionen für die Kinder und ihre Familien. „In erster Linie liegen uns hierbei die Kinder und Familien sehr am Herzen. Wir möchten den Kindern zeigen, dass wir sie ebenso vermissen und uns wieder sehr auf die gemeinsame Zeit freuen. Wir möchten unsere Beziehungen zu den Kindern und Angehörigen aufrechterhalten und weiter pflegen. Und natürlich auch die Eltern ein Stück weit entlasten. Wir wissen, dass es nicht immer einfach ist, Angebote für eine ganzheitliche Förderung zu planen und zu gestalten. Die Familien müssen derzeit so viel leisten,“  erläutert Josephine Reinhard, Erzieherin Kita Mittlerer Steinberg.

Der Gartenzaun wird zur Ausstellung. (Foto: Stadt)
Fotos: Stadt

Es gibt Aktionskisten für Kinder, in denen die pädagogischen Fachkräfte wechselnde Materialien zum Mitnehmen erstellen. Zudem versenden die Erzieherinnen Nachrichten und Videobotschaften u. a. mit Liedern zum Mitsingen. Manchmal auch einfach, damit die Kinder die Erzieherinnen wieder sehen. An Ostern haben sie Oster-Nestchen gerichtet und jedem einzelnen Kind nach Hause gebracht. Darüber hinaus schreiben die Teams Briefe über Veränderungen in der Kita, zum Beispiel berichten sie über den Aufbau des Gartenhäuschens oder des Barfußpfads. Damit Eltern und Kinder die Einträge anschauen können, werden auch die Portfolios, also die  Mappen, in der die Fähigkeiten und Kompetenzen des Kindes dokumentiert werden, vorbeigebracht. Gemeinsam werden eine Gartenzaun-Ausstellung und Steinschlangen erstellt, viele Kinder senden den pädagogischen Fachkräften Fotos, Bilder, Videos und Briefe zu.

Durch das offene Fenster werden Gespräche geführt oder es wird telefoniert. Kitaübergreifend bieten einige pädagogische Fachkräfte, auf NagoldPLUS, dem neuen digitalen Veranstaltungsformat, Yoga für Kinder, Konzentrations- und Entspannungsübungen sowie Bastelideen an. Gerade in dieser Zeit war und ist auch jetzt noch der Austausch und das Kontakthalten besonders wichtig. Den Eltern verlangt diese Situation viel ab. Aber die pädagogischen Fachkräfte  werden weiterhin kreativ sein und unter Einhaltung aller notwendigen Schutzmaßnahmen Wege finden, um die wichtigen Beziehungen zu den Kindern und ihren Familien aufrechtzuerhalten. Alle hoffen darauf, dass die Kitaräume bald wieder voller Wiedersehensfreude, geschäftigem Treiben und Lachen sind. Aktuell plant die Landesregierung bis Ende Juni den regulären Betrieb wieder zu öffnen. Sobald es nähere Informationen gibt, sind diese auf der städtischen Internetseite zu
finden. (red)