Stadtnachricht

Museum im Steinhaus


Ein Mund-Nasen-Schutz, ein Schild, das auf die von der Regierung verordneten Regelungen hinweist oder Markierungen für den erforderlichen Sicherheitsabstand - das sind die Dinge, die die Menschen schon jetzt mit der Coronavirus-Krise in Verbindung bringen. Doch der Stillstand im Alltag hat mit Sicherheit noch anderes hervorgebracht und angeregt. „Da wir alle diese Zeit gerade miterleben, sind wir alle auch Corona Experten“, erklärt Herma Klar, Leiterin des Museums im Steinhaus. Aber, jede und jeder erlebt diese Pandemie anders. Und diese unterschiedlichen Perspektiven auf die Krise sollen im Museum für die Nachwelt festgehalten werden, denn was jetzt Alltag geworden ist, ist irgendwann außergewöhnliche Vergangenheit.

Seit März schon sammelt das Museum im Steinhaus Dokumente, die später an diese Phase erinnern könnten. Es ist eine Chance, Geschichte festzuhalten, während sie passiert. Im Steinhaus wurden Zeitungsartikel und Verordnungen archiviert und mit Fotos alltägliche Szenen in der Stadt eingefangen: menschenleere Straßen oder das Schlange stehen mit Alltagsmaske. Das sind die nach außen hin sichtbaren Auswirkungen. Das Museum möchte aber auch den ganz persönlichen, privaten Blick auf die Corona-Zeit festhalten. Gerade das interessiert nachfolgende Generationen besonders.

Menschenleere Innenstadt in Nagold. (Foto: Stadt)

Deshalb lautet der Aufruf des Museumsteams: Schreiben Sie uns Ihre ganz persönliche Sicht auf diese Zeit. Wie hat Corona das eigene Leben und das der Familie beeinflusst? Sind lang gehegte Träume geplatzt, vielleicht  eine Hochzeit, eine Traumreise oder etwas anderes? Gab es Existenzängste? Haben Sie Ihre Arbeit verloren? Wie war das Leben mit den Kindern, die weder in die Schule noch in die Kita gehen durften? Wie haben Sie sich als Ersatzlehrer gefühlt? Welche positiven Auswirkungen haben Sie erfahren? Haben Sie Hilfe durch die Nachbarn erlebt, neue Hobbies entdeckt?

Vielleicht gibt es auch Gegenstände, in denen sich diese besondere Zeit widerspiegelt? Zum Beispiel ein Kochlöffel, vom vermehrten Einsatz am Herd abgenutzt, ausgelatschte Sportschuhe, die die Anstrengung dokumentieren, während der Krise fit zu bleiben, neu Gebautes, Gebasteltes oder Genähtes. Alle diese Dinge sammeln wir. Wir als Museum stehen für Erinnerung und Gedächtnis. Sammeln ist eine unserer wichtigsten Aufgaben.

Nagolder Autokino während Corona. (Foto: Stadt)
Fotos: Stadt

Ganz persönliche Antworten in schriftlicher Form und/oder digitale Bild- und Videodokumentationen sind also gesucht, um die Zeit der Pandemie für die Nachwelt möglichst anschaulich festzuhalten. Die Gegenstände sollten, auch weil sie vermutlich noch im Gebrauch sein dürften, erst mal nur auf Fotos eingeschickt werden. Die Informationen können per Brief oder als E-Mail mit Angabe der eigenen Adresse, des Alters sowie des Entstehungsdatums der eingesendeten Dokumente an das Museum im Steinhaus geschickt werden. Der Datenschutz bleibt selbstverständlich gewahrt. (red)