Stadtnachricht

Beleuchtung


Nagold hat in den letzten Jahren die Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet auf nahezu 100 Prozent klimafreundliche LED-Technik umgestellt. Die umweltfreundliche Beleuchtung gehört in Nagold schon seit über zehn Jahren zum nächtlichen Stadtbild. Bereits im Jahr 2009 wurden die ersten LED-Leuchten in Nagold, als erste Kommune im Landkreis Calw, verbaut. Bereits im Zuge der Baumaßnahmen zur Landesgartenschau wurden ausschließlich Leuchten mit LED-Technik verwendet. „Ende des Jahres 2020 wird der Umrüst-Prozess nahezu abgeschlossen sein. Insgesamt wurden bis jetzt fast 5.000 Leuchten ausgetauscht“, erklärt Mark Rothfuß, der bis April dieses Jahres das Projekt im Hoch- und Tiefbauamt vorantrieb. Die Vorteile von LED-Technik liegen auf der Hand. Sie zeichnet sich durch eine deutlich verbesserte Lichtqualität, eine wesentlich längere Lebensdauer als bei herkömmlichen Leuchtmitteln sowie durch einen stark reduzierten Energiebedarf aus. Mit der Umrüstung auf LED kann der Energieverbrauch und damit die Treibhausgasemission enorm gesenkt werden.

Nagolder Stadtansicht bei Nacht. (Foto: Daniela Russ)
Foto: Daniela Russ

Die Straßenbeleuchtung macht einen Großteil der Stromkosten einer Stadt aus. In Nagold waren es im Jahr 2013 in etwa 220.000 Euro. Das entsprach einer Strommenge von etwa 1 Million Kilowatt-Stunden. Zum Vergleich: eine vierköpfige Familie verbraucht im Jahr etwa 4.000 Kilowattstunden. „Die Gesamthöhe der eingesparten Stromkosten und der Strommenge lässt sich mit den Jahren, in denen herkömmliche Leuchtmittel verwendet wurden, allerdings nicht wirklich vergleichen. Der Grund: Die Anzahl der Leuchten wurde in den vergangenen Jahren aufgrund von Neuerschließungen von Baugebieten wie im Riedbrunnen, im Hasenbrunnen, im Egertle in Mindersbach sowie im INGpark auf dem Eisberg deutlich erhöht“, erklärt Walter Saar, Sachgebietsleiter Straßen, Wege, Plätze und Straßenbeleuchtung, der seit Mai 2020 für das Projekt bei der Stadtverwaltung zuständig ist. Jedoch konnten die Kosten trotz der höheren Anzahl an Leuchten auf etwa 160.000 Euro pro Jahr (2018) gesenkt werden. Zudem wurden 126.500 Kilogramm des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 vermieden. Der beste Beweis also dafür, wie effizient LED-Technik ist.

Natürlich war die Umstellung ebenfalls mit Kosten verbunden. Seit 2016 schlug die umweltfreundliche Beleuchtung mit 750.000 Euro zu Buche. Der Bund unterstützte den Austausch mit Fördermitteln in Höhe von 143.000 Euro. In diesem Jahr stehen nochmal 100.000 Euro im Haushaltsplan zur Verfügung, um auch noch die letzten Lampen in Nagold umzurüsten. Aufgrund von coronabedingten Lieferengpässen bei verschiedenen Bauteilen, kann der Austausch allerdings nicht wie geplant in diesem Jahr vollendet werden. „Die Umrüstung ist ein großer Erfolg in Sachen Klimaschutz. Natürlich ruht sich die Stadt nicht darauf aus, sondern wir sehen es vielmehr als Motivation, weitere Klimaschutzprojekte in Angriff zu nehmen“, blickt Christopher Knall, Klimaschutzmanager und ÖPNV-Beauftragter, in die klimapolitische Zukunft der Stadt. Um hierbei strukturiert und effizient vorgehen zu können, beteiligt sich die Stadt Nagold am European Energy Award (eea). Dabei handelt es sich um ein europäisches Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik von Gemeinden. Gleichzeitig ist der eea ein wirkungsvolles Instrument, um Prozesse zur Realisierung nachhaltiger Projekte zu steuern. (red)