Stadtnachricht

Wirtschaftsförderung


Herr Barucha, seit 1. August arbeiten Sie für die Stadt Nagold als Wirtschaftsbeauftragter. Wie war Ihr Start? Und haben Sie sich mittlerweile gut eingelebt?

Der Start bei der Stadt Nagold im Sommer letzten Jahres war für mich ein optimaler Zeitpunkt, um mich in den neuen Themen einzuarbeiten.
Ich wurde von allen Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich willkommen geheißen und habe mich schnell eingelebt.
Auch die Tatsache, dass mein erstes Projekt, das Wirtschaftsgespräch, direkt geplant werden musste, hat dazu geführt, dass ich mich direkt am Anfang meiner Tätigkeit bei der Stadt Nagold mit vielen Akteuren vernetzen konnte.

Wie sah Ihre berufliche Laufbahn bisher aus?

Nach meinem Abitur im Jahr 2011 am Otto-Hahn-Gymnasium in Nagold, habe ich ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre an der DHBW in Stuttgart absolviert.
Meine berufliche Laufbahn habe ich dann beim Möbelhersteller Walter Knoll in Herrenberg begonnen und habe danach gewechselt zu dem Leuchtenhersteller Waldmann aus Villingen-Schwenningen, bei welchem ich bis Juli 2022 angestellt war.

Warum haben Sie sich bei der Stadt Nagold beworben?

Die ausgeschriebene Stelle als Wirtschaftsbeauftragter, mit seinen vielfältigen Aufgaben, haben sich für mich sehr spannend angehört.
Hinzu kommt die Tatsache, dass ich mit Nagold sehr verwurzelt bin und auch die Vielfalt der Unternehmen hier als sehr wertvoll und ausgewogen einschätze.

Welches sind Ihre Kernaufgaben als Wirtschaftsbeauftragter?

Die Kernaufgaben der Wirtschaftsförderung sind sehr vielfältig. Angefangen bei der Betreuung der Nagolder Unternehmen im Rahmen der Bestandspflege, dem Bestandsausbau durch aktives Gewerbeflächenmanagement, der Beratung und Begleitung von Unternehmen, Investoren und Dienstleistern bei Anfragen zu Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben hin zur Organisation und Durchführung vieler verschiedener Netzwerkveranstaltungen, wie zum Beispiel dem Wirtschaftsgespräch, dem Azubi-Speed-Dating und vielen mehr.
Die wichtigste übergeordnete Aufgabe ist aber der Austausch und das Netzwerken mit den Unternehmen und den Akteuren innerhalb der Stadt Nagold.

Wirtschaftsbeauftragter Hans Barucha in seinem BüroHans Barucha ist seit August 2022 Wirtschaftsbeauftragter der Stadt Nagold. Im Interview erläutert er seine Aufgaben und die ersten Erfolge seiner Tätigkeit.   Foto: Stadt Nagold

Welche konkreten Themen und Projekte stehen bei Ihnen ganz oben auf der To Do-Liste?

Der eben genannte Austausch mit den Unternehmen und den daraus resultierenden Unternehmensbesuchen und –gesprächen ist ein wichtiges übergeordnetes Projekt für mich.
Aus diesen Gesprächen heraus haben sich bereits viele tolle Ansätze und Ideen ergeben. Neben diesen Gesprächen sehe ich das Thema Nachwuchsgewinnung für die Unternehmen als wichtige Aufgabe.
Hierbei kann die Wirtschaftsförderung durch das Angebot von Veranstaltungen, wie der Top Job Messe oder dem Azubi-Speed-Dating den Nagolder Unternehmen die Möglichkeit bieten, Nachwuchskräfte kennenzulernen und zu gewinnen.
Ein weiteres wichtiges Thema auf meiner To Do-Liste ist die Umsetzung der Digitalisierung bei der Wirtschaftsförderung selbst.
Dies bedeutet für mich die Etablierung einer Datenbank aller Unternehmensdaten, die Einführung eines LinkedIN Profils der Stadt Nagold und auch die Möglichkeit, sich digital für die Veranstaltungen der Wirtschaftsförderung anmelden zu können.

Konnten Sie schon eigene Akzente setzen?

Neben der eben genannten Digitalisierung innerhalb der Wirtschaftsförderung, war ein erstes Projekt die Entwicklung und Auslobung des Klimaschutzpreises, gemeinsam mit der Volksbank in der Region.
Hierbei handelt es sich um die Ausschreibung eines Preises, bei dem sich alle Nagolder Unternehmen mit kreativen und innovativen Ideen bewerben können, wie sie bei sich im Unternehmen Energie einsparen.

Sind schon Bewerbungen für den ausgelobten Preis eingegangen?

Aktuell sind noch tendenziell wenige Bewerbungen eingegangen, es haben sich jedoch schon viele Unternehmen bei mir gemeldet mit dem Hinweis, dass sie den Klimaschutzpreis als ein tolles Projekt aufgenommen haben und sich definitiv noch bewerben werden.
Daher bin ich sehr optimistisch, dass wir bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 28.02.2023 viele tolle Ideen von den Nagolder Unternehmen genannt bekommen.

Sie sehen sich auch als „Vernetzer“. Konnten Sie in diesem Bereich schon aktiv werden?

Neben der Tatsache, dass ich schon selbst viele Unternehmen bei Besuchen und auch viele Akteure in der Stadt Nagold kennenlernen konnte, konnte ich auch bereits bei den Unternehmen selbst Synergien erzeugen.
So hat sich bei einem Unternehmensbesuch eines herstellenden Unternehmens gezeigt, dass bei der geplanten Einführung eines neuen Produktes noch keine Vertriebsstrategie definiert war. Auf der anderen Seite konnte ich einen Kontakt eines handelnden Unternehmens herstellen, welchen den Vertrieb nun sogar selbst für das erstgenannte Unternehmen übernehmen werden. Dies sind für mich klassische Beispiele, wie Wirtschaftsförderung innerhalb einer Stadt funktionieren sollte.