Stadtnachricht

Digitalisierung in der Stadtverwaltung


Der Bereich Digitalisierung, zugehörig zum Sachgebiet Digitalisierung und IT der Stadtverwaltung, existiert nun seit mehr als zwei Jahren. Colin Ginter ist dabei federführend für das Thema zuständig. Er arbeitet an Digitalisierungslösungen, die die internen Geschäftsprozesse sowie den Bürgerservice nach außen verbessern und digital verfügbar machen sollen.

Welche Möglichkeiten bietet der digitale Bürgerservice schon jetzt?

Für die Bürgerinnen und Bürger steht die Digitalisierung von Bürgerdiensten wie Online-Anträgen oder anderen digitalen Dienstleistungen im Vordergrund. Aktuell bieten wir bereits über 50 Leistungen in Form von digitalen Anträgen an. Das sind zum Beispiel Anträge für eine Geburtsurkunde, für einen Bewohnerparkausweis, für eine Gewerbeanmeldung, für Wohngeld und vieles mehr.

Wo können die Anträge gestellt werden?

Die Online-Anträge können von den Bürgerinnen und Bürgern über unsere Homepage www.nagold.de aufgerufen werden. Man findet sie dort in der Kategorie „Stadt & Rathaus“ - „Bürgerservice“ - „OnlineDienste“. Abgewickelt werden die Online-Anträge jedoch auf dem Serviceportal Baden-Württemberg (ServiceBW), einer vom Land bereitgestellten Plattform. Die Anträge können also auch direkt über das Serviceportal aufgerufen und gestartet werden.

Wie ist der Ablauf bei einem Online-Antrag?

Sobald der jeweilige Antrag ausgewählt wurde, erhält man zunächst Informationen über Ablauf, Kosten und Voraussetzungen der Antragstellung. Unter „Formular und Online-Prozess“ kann man dann den Online-Antrag starten. Für die Antragstellung muss man sich nur ein kostenloses Konto auf dem Serviceportal Baden-Württemberg anlegen. Einzelne Anträge, wie beispielsweise das Beantragen einer Geburtsurkunde, benötigen einen deutschen Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion.

Kann auch online bezahlt werden?

Ja, die Anträge können direkt per PayPal oder Kreditkarte digital bezahlt werden. Nicht nur bei Anträgen sind diese Bezahlverfahren möglich, das ePayment ist bei uns auch im Bereich Ordnungswidrigkeiten angebunden. So können auch Strafzettel digital bezahlt werden.

Abholen muss man Urkunden, Pässe oder Ähnliches aber noch persönlich oder?

Wir bieten unseren Bürgerinnen und Bürgern hier flexible Möglichkeiten an: Selbst das Warten im Bürgeramt ist vermeidbar. Vorab einfach einen Online-Termin über unsere Homepage www.nagold.de unter „Stadt & Rathaus“ - „Bürgerservice“ - „Online-Terminvereinbarung“ vereinbaren. Zudem können sogar am Ausweisterminal im Hof zwischen Rathaus und Ludwig-Hofacker-Haus die beantragten Personalausweise und Reisepässe 24/7, also rund um die Uhr, ganz unabhängig von den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung, abgeholt werden. Das Cityterminal bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit, Bücher der Stadtbibliothek zurückzugeben oder sogar abzuholen. Dasselbe gilt für Urkunden und Dokumente des Standesamts, einschließlich Baugenehmigungen des Bauamts. Die Terminals bieten hierbei ein hohes Sicherheitsniveau.

Gibt es noch weitere digitale Angebote?

Für komplexere Verfahren, wie das Beantragen und Erhalten einer Baugenehmigung, wurden eigene Projekte ins Leben gerufen. An diesen Stellen kommt das ServiceBW-Portal technisch schnell an seine Grenzen. Mit unserer Bauverwaltungssoftware wurde ein Weg für die digitale Angrenzer- und Behördenbeteiligung über ein Bauportal geschaffen. Diese Lösung wird weiter ausgebaut, mit dem Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern in Zukunft ein vollkommen digitales Baugenehmigungsverfahren anbieten zu können.

Was passiert bei Euch intern im Bereich Digitalisierung?

Die interne Digitalisierung betrifft die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb der Verwaltung. Also die tägliche Arbeit mit Dokumenten, Anträgen oder Plänen. Das Endziel der internen Digitalisierung ist ein vollkommen papierloses Büro. Aktuell arbeiten wir deswegen an Lösungen für die digitale Akte. Damit einher geht der Einsatz von Lösungen wie der elektronischen Signatur zur digitalen Verwaltung und Verarbeitung von Dokumenten, die Schriftformerfordernissen unterliegen. Unterschriebene Verträge, gesiegelte Dokumente oder Anträge im Original können so eingescannt, elektronisch signiert und dann digital verwaltet werden. An vereinzelten Stellen sind diese elektronischen Signaturen bereits in unsere Lösungen integriert. Ein gutes Beispiel dafür ist das bereits beschriebene
Baugenehmigungsverfahren.

Mit welchem Ziel sollen die Digitalisierungsprozesse weiter ausgebaut werden?

Wir denken zukunftsorientiert und wollen sowohl unsere internen Prozesse verbessern, als auch den Bürgerinnen und Bürgern einen digitalen Service bieten. Wir sehen, dass die Leistungen bereits gut angenommen werden und möchten daran anknüpfen.

Gibt es die Möglichkeit, sich die Online-Dienste erklären zu lassen?

Am Samstag, 14. Oktober findet der Erlebnistag-Rathaus satt. Hier haben die Bürgerinnen und Bürger von 10 bis 16 Uhr die Chance, die Ämter der Stadtverwaltung kennen zu lernen. Zudem gibt es ein großes Rahmenprogramm mit vielen Aktionen. Auch der Bereich Digitalisierung wird sich vorstellen. Wir zeigen im Eugen-Lehre-Zimmer im Rathaus die Möglichkeiten rund um die Online-Dienstleistungen und beantworten gerne Fragen dazu.