Stadtnachricht

Das Museum im Wasserschloss


Wie eine Burg sieht das Steinhaus von außen aus und auch in seinem Inneren gibt es wehrhafte Elemente.
Beispielsweise ragt das erste Obergeschoss über das erhöhte Erdgeschoss hinaus. Im Verteidigungsfall konnten Bodenbretter entnommen und die entstehenden Löcher mit Schützen besetzt werden.
Heute befindet sich an dieser Stelle das Büro der Museumsleitung Lena Hauser und der „Überbiss“ sorgt im Winter für kalte Füße. „Wir wollten schon länger die Geschichte des Gebäudes aufarbeiten und jetzt sind wir froh, unsere Ergebnisse präsentieren zu können“, erzählt sie.
Die Ausstellung arbeitet chronologisch die Hausgeschichte auf, beginnend im 13. Jahrhundert, bis zum heutigen Tag.
Dabei erfährt man, dass das Steinhaus vermutlich als Wasserschloss gebaut wurde, worin seine Aufgabe bestand und was der Ritter Heinrich von Nagold damit zu tun hatte.
Um das Jahr 1570 wurde das Steinhaus mit der Stadtmauer verbunden, indem man die oberen Stockwerke als Fachwerk auf sie aufbaute.
Noch heute ist die alte Stadtmauer von 1274 an der westlichen Außenwand und im Inneren des Anbaus zu sehen. Ursprünglich trennte ein schmaler Gang das Gebäude von der Befestigungsanlage. Doch zu diesen frühen Zeiten liegen kaum Quellen vor.
Mehr wissen Lena Hauser und ihre Mitarbeiterin Heike Roller über das Steinhaus im 20. und 21. Jahrhundert zu berichten: Bis in die 1970er Jahre diente das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus.
Neben der Weinhandlung Henne und dem Imkereibedarf-Laden Hammann wurde von hier aus auch ein Bootsverleih betrieben. In den 1980er Jahren baute die Stadt das Gebäude zum Museum um.
Um diese spannende Phase veranschaulichen zu können, suchte das Museumsteam zahlreiche alte Fotografien heraus. Ferner zeigen rekonstruierte Grundrisspläne, wie sich die Raumaufteilung von Wohnhaus zum Museumsgebäude verändert hat.
Die Ausstellung „Das Steinhaus. Bau- und Nutzungsgeschichte des ältesten Nagolder Wohnhauses“ kann bis Sonntag, 9. Juni, zu den regulären Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.


Historische StubeDie historische Stube.                                     Foto: Ulrike Klumpp


Internationaler Museumstag am Sonntag, 19. Mai

Wer eine Führung durch das Museum wünscht, kann die Führungen am Internationalen Museumstag am 19. Mai nutzen.
Museumsleiterin Lena Hauser stellt an diesem Sonntag um 15 und 16 Uhr das Museumsgebäude vor und geht auf die Bau- und Nutzungsgeschichte des Hauses ein.
Sie zeigt auch Räume, die den Besuchern sonst verborgen bleiben, wie zum Beispiel den Dachboden. Außerdem berichtet sie über die Arbeit des Museums.
Es ist keine Anmeldung erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Die Badgasse in den 1910er Jahren.                   Foto: Stadt NagoldDie Badgasse in den 1910er Jahren.                   Foto: Stadt Nagold